Mittwoch, 30. November 2016

Impressionen aus der Nähstube


Heute möchte ich euch einen Einblick in meine Nähstube geben und einige Kleidungsstücke zeigen, die ich im ersten halben Jahr meines neu erlangten Hobbys für meine Kinder genäht habe. Viel Spaß mit den Impressionen!

Die Käferhose


Kurze Hose mit Vöglein


Ein blaues Kleid
Für wilde Träume: Schlafanzughose mit Pfeilen

Das Gute-Laune-Sommer-Kleid

Top Giraffen
Der Blumen-Ballonrock, den ich mir auch noch selbst nähen muss.


T-Shirt Wolfskinder
Herzchen-Body

Annikas selbstbemaltes Shirt


Rock Wolfskinder
Igel-Body



Waschbär-Body


Vögelchen-Body


Ballon-Rock Miauuuu
Abenteuer Langarmshirt


Hübsches Katzenkleid

Abenteuer T-Shirt


Einige Nähereien kann ich euch leider nicht zeigen, weil ich Lizenzstoffe von Disney vernäht habe. Obwohl wir mit diesem Blog keine Einnahmen haben, ist Bloggen per se gewerblich. Das Zeigen von vernähten Disney-Stoffen ist auf gewerblichen Seiten leider untersagt.

Sonntag, 27. November 2016

Adventskalender für DIY-Dummies

Heute stelle ich euch den Adventskalender vor, den ich als bekennende Bastel-Legasthenikerin für meine Kinder zurecht gestaltet habe.

Nachdem euch Schokominza mit ihrem selbstgenähten Adventskalender beeindruckt hat, zeige ich euch heute eine günstige und einfach herzustellende Alternative, falls ihr weder Zeit, noch Nerven oder Lust auf Bastelei habt.

Ihr braucht nur:

  • Papierbrottüten
  • Zahlensticker (falls ihr die nicht selbst drauf schreiben wollt)
  • Weihnachtssticker
  • Washi Tape

Bastelmaterial

Da ich noch vom letzten Jahr Washi Tape übrig hatte, beliefen sich die Kosten für die Gestaltung auf insgesamt 3,95 Euro für Sticker und Brottüten (alles von Rossmann). Das Adventskalenderbastelset gab es bei Aldi Nord und daraus habe ich den Zug fürs Aufstellen der Tüten verwendet, da mir die dort enthaltenen Boxen zu klein für meinen Inhalt waren. Der Zug ist aber nur Deko.

Die günstige Verpackung hat für mich folgende Vorteile: erstens ist der Inhalt teuer genug für zwei Kinder und zweitens können sie so mit gutem Gewissen die Tüten einfach aufreißen. Das ist kinder- und nervenfreundlicher als wenn man einen der unzählig schönen und teuren Kalender zum Selbstbefüllen kaufen würde. 

(Obwohl ich jedes Jahr bei Dawanda und Tchibo stöbere, mich dann aber doch aus Geizgründen gegen ein Kalender dort entscheide)

Zum Inhalt

Ich muss sowohl einen 3,5-jährigen als einen fast Einjährigen täglich glücklich machen und habe folgende Teile auf die 24 Tüten verteilt:

  • Für den Kleinen: 13 Fingerpuppen von Hema für je 1 Euro das Stück, eine Badefigur (öh, Preis vergessen) und über 20 Beiß- und Spielringe, die ich auf einem Kinderbasar für insgesamt 2,50 Euro gefunden habe
  • Für den Großen: vier Knetdosen (wir haben bislang nur eine gelbe), die es bei Rossmann mal im Angebot für 0,99 Euro das Stück gab, acht Dinofiguren und ein Set aus leuchtenden Planetensticker (ebenfalls von Hema für 7 und 2,50 Euro) sowie Fensterbilder und Süßigkeiten

der Inhalt

Gerade die Fingerpuppen sind wirklich sehr süß und mein persönlicher Shoppingtipp für euch:



Ich komme also nur für den Inhalt schon auf knapp 40 Euro, was für "Kleinigkeiten" enorm ist. Das ist aber auch der Grund, warum von unserer Seite aus an Heiligabend weniger geschenkt wird als in den Jahren davor und wir uns für jedes Kind auf ein einziges (dafür dann größeres und teureres) Geschenk beschränken werden.

Die Gestaltung

Jetzt kommt es zur Bastelei, die mich auch ohne dass das Endergebnis perfekt aussah einen halben Tag gekostet hat (mit ständigen Unterbrechungen, in denen ich alles wegräumen und vor den Kindern in Sicherheit bringen musste). Der Inhalt wurde strategisch auf die 24 Tüten verteilt, so dass jedes Kind jeden Tag eine Kleinigkeit in der Tüte finden wird und sich die Art des Geschenkes nicht zu sehr häuft. Die Fensterbilder habe ich zerschnitten und die Süßigkeiten ebenfalls aufgeteilt.


Dabei ist es nicht so einfach, den Überblick zu behalten, aber jetzt auch keine logistische Meisterleistung. Nachdem die Tüten fertig befüllt waren, habe ich sie zugeklebt und mit Washi Tape sowie den Zahlenaufklebern und Weihnachtsstickern verziert.




Das war es dann auch schon! Die 24 Tüten werden jetzt im Wohnzimmer um den Weihnachtszug aufgestellt und warten nun auf den ersten Dezember!

Wir wünschen euch einen besinnlichen ersten Advent und eine schöne Weihnachtszeit :)!

Und fertig!



Freitag, 25. November 2016

Im Nachtzug nach Dresden

Die deutsche Bahn schafft sie ab. Wieso, weshalb, warum? Weil es sich nicht mehr rentiert. Die wunderbare City-Night-Line auf der Strecke zwischen Amsterdam und Prag wird mit dem Fahrplanwechsel im Dezember eingestampft. Auch meine Zugstrecke von Köln nach Dresden ist davon betroffen.  Man kann sich nun ärgern oder man packt die Koffer und reist wenigstens einmal noch mit einem Nachtzug quer durch Deutschland. 
Hier mein Erfahrungsbericht:
 

Bonn. 21:27 Uhr. 
Die Nacht ist angenehm mild und trocken. Mit Rucksack auf dem Rücken und Tasche um die Schulter warte ich auf den Bus. Neben mir steht mein Mann mit dem Buggy, in dem Mila gerade wieder wach geworden ist. Sie wird nachher in der Regionalbahn einschlafen. Mein Mann bringt uns nach Köln, wo es losgehen soll: Unsere erste Reise mit dem Nachtzug.


Köln. 23:10 Uhr. 
Unsere Wartezeit haben wir auf dem Bahnhof im Zeitschriftenladen vertrödelt und jetzt heißt es: Los geht´s! Ich hebe das schlafende Kind aus dem Buggy und trage es zu unserem Abteil ins Bett. Sie schläft einfach weiter, während ich meinem Mann durchs Fenster winke. Diese Reise unternehmen nur wir zwei Mädels. Unsere kleine Annika schläft bereits bei ihren Großeltern in Bergisch Gladbach, wo sie zwei Tage Urlaub machen wird. Der Kindergarten hat geschlossen und mein Mann muss arbeiten. So machen wir alle Urlaub. Ja, auch mein Mann, der vielleicht am meisten, denn er hat ja trotz Arbeit immerhin kinderfrei.

Köln 23:13 Uhr.
Der Nachtzug ruckelt los, das Kind schläft und ich freue mich, dass sich niemand mehr in unser Doppelzimmer gesellt. Wir sind allein. Ich zeige noch mein Ticket vor und dann lege ich mich zu meiner Tochter, lasse mich von den Ruckeln noch einige Minuten wach halten, doch dann schlafe ich ein.

Berlin. 6 Uhr.
Ich vermute, dass es irgendwo in Berlin ist, wo ich aufwache. Ein Schild entdecke ich beim Blick aus dem Fenster nicht. Zunächst erwache nur ich, aber kurz darauf auch Mila. Sie freut sich, endlich im Nachtzug zu sein und stellt neugierig Fragen. Wieso schläft oben niemand? Wo ist denn die Tür? Können wir das Licht anmachen? Wo sind die anderen Leute? Ist Papa wieder nach Hause gefahren?

Die Frage der Fragen: Wie gemütlich ist der Schlafwagen?
Die Betten sind eher schmal geschnitten, weswegen wir uns zu zweit sehr aneinander kuscheln mussten. Auch hätte ich gern einen Rausfallschutz gehabt, für den Fall, dass der Zug scharf bremmst, wenn ich gerade auf der Seite liege. Bedenken hatte ich schon, aber an sich war es wirklich sehr gemütlich und gerade wenn man allein reist und das Bett für sich hat, kann man sich kaum beschweren.

Berlin. 6:30 Uhr.
Gemütlich lesen wir zusammen ein Buch (Die Zaubermähnen), bis Mila hungrig wird. Als Proviant haben wir Käsebrötchen, Zitronenkuchen und Birne dabei. Zu trinken gibt es Limo. Man gönnt sich ja sonst nichts. (Naja gut, eigentlich schon manchmal. Oder ständig.)
Ich entdecke ein Waschbecken in unserem Schrank. Plus Seife und Handtuch, cool. Ich wasche mich und trage im schaukelnden Wagen Mascara auf und schminke die Wangen rot. Chice Frau! Neben dem Doppelstockbett fühle ich mich trotzdem wie im Schullandheim. So sitzen wir dann auch auf dem Bett zwischen unseren Sachen und spielen etwas. Dann malt Mila auf dem Boden in ihrem Malbuch und ich döse noch etwas.

Irgendwo bei Nirgendwo. 8:20 Uhr.

Wir werden "geweckt" und bekommen ein Tablett mit Frühstück. Inbegriffen in der Buchung! Eine tolle Überraschung: Kaffee, Orangensaft, Tee. Fünf Brötchen UND ein Milchbrötchen mit Butter, Leberwurst und Marmelade. Wir können nicht mehr so viel essen, wie wir möchten, und packen den Rest in unseren Rucksack. Jetzt sind wir ausgeschlafen und gut versorgt.

Dresden. 9:10 Uhr.
Mit einer leichten Verspätung beenden wir unsere Nachtzug-Fahrt. Insgesamt waren wir etwa zwölf Stunden unterwegs, aber fühlen uns pudelwohl. Meine Eltern und meine Nichte warten vor dem Bahnhof im Auto, begrüßen uns herzlich und dann fahren wir noch etwa eine Stunde bis zu ihnen nach Hause.

Langburkersdorf. 10 Uhr. 
Wir sind da. Wir sind begeistert.



Wie teuer war es?

Was natürlich auch interessant ist: Der Preis. 
Die Fahrt an sich kostete 30 € und die Reservierung in einem 2-Bett-Schlafwagen schlug zusätzlich mit 66 € zu Buche. Wir haben also viel Geld ausgegeben, sind jedoch wie im Schlaf 600km gereist. Das war es uns wert.
Ich würde es wieder tun, wenn es möglich wäre.

Immerhin können wir jetzt sagen: City-Night-Line - Wir waren dabei!

Donnerstag, 24. November 2016

Roses Revolution - Gegen Gewalt in der Geburtshilfe




Auch in diesem Jahr wollen wir auf unserem Blog auf den Roses Revolution Day am morgigen 25.11.2016 aufmerksam machen. Bereits zum 4. Mal findet dieser auch in Deutschland statt. Die Aufmerksamkeit und das öffentliche Interesse an Gewalt in der Geburtshilfe wachsen. Wo vor einigen Jahren noch der allgemeine Glauben herrschte, dass es „so etwas" in Deutschland nicht geben kann, treten immer mehr Frauen mit ihren Geschichten ans Licht der Öffentlichkeit.



Zwei der aktiven Mutterfreunde haben innerhalb der letzten 3 Jahre Gewalt in der Geburtshilfe erfahren, mich eingeschlossen. Dazu kommt eine der Mütter, die mittlerweile nicht mehr für uns bloggt. Außerdem berichteten zwei meiner Freundinnen von traumatischen Geburtserlebnissen. Ebenso, wie die Frau die mit mir im Krankenhaus lag, zwei Frauen aus meinem Geburtsvorbereitungskurs (eine davon sogar bereits zum zweiten Mal), die Mutter eines Mädchens aus Kilians Kindergartengruppe, eine Arbeitskollegin. Die Liste ließe sich noch ins unendliche erweitern.




Von diesen 10 Frauen hat der Großteil im selben Krankenhaus entbunden wie ich. Auch der Name der diensthabenden Ärzte deckt sich auffällig mit den Namen, die auch an meinem Entbindungstag auf dem Dienstplan standen. Auch wenn das sicherlich im Zusammenhang mit der geringen Dichte an Kliniken in unserer Gegend steht, glaube ich nicht an Zufälle in diesem Umfang.


Was von den verschiedenen Müttern als Gewalt empfunden wird  ist dabei jedoch sehr unterschiedlich.


Für mich war es z. B. die gezwungene Liegeposition in der ich bleiben musste, da das CTG nur mit einem zerrissenen OP Slip an mir befestigt war und daher ständig Alarm schlug.
Oftmals wird einem aber auch erst später klar, dass einem Gewalt in der Geburtshilfe widerfahren ist. So wusste ich für einige Wochen nicht, warum ich mich so missbraucht fühlte. Bis ich verstand, dass das gewaltsame öffnen meines Muttermundes (und der mehrfach missglückte Versuch die Fruchtblase zum platzen zu bringen) durch die diensthabende Oberärztin keinesfalls einfach zur Routine gehört. Auch der Umgangston im Kreißsaal war lieblos und harsch und auch das kann als Gewalt empfunden werden.


Wie eine Mutter eine solche Erfahrung überwindet, ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Die einen fühlen sich durch eine zweite (selbst bestimmte) Geburt geheilt, die anderen benötigen professionelle Hilfe. Jede Mutter muss hier ihren eigenen Weg finden, dass erlebte zu verarbeiten.

Mein Weg ist noch nicht komplett beschritten. Noch viel zu oft denke ich mit traurigen Gedanken an die Geburt meines Sohnes zurück. Besonders am Geburtstag fällt es mir schwer, richtig zu feiern. Ich stürze mich dann in Arbeit. Koche und backe bis zur Erschöpfung. Um mich abzulenken und meinem Sohn den Tag zu etwas besonderem zu machen. Und immer quälen einen die Schuldgefühle. Müsste ich nicht glücklich sein, ein gesundes Kind zu haben?


Professionelle Hilfe zu finden, ist in meinem Umkreis sehr schwer. Zum einen fehlen den Psychotherapeuten die Kapazitäten und zum anderen fehlt auch hier die Unterstützung meiner behandelnden Ärzte. Sowohl Frauen- als auch Hausarzt sehen keinen Behandlungsgrund.

Um mich selbst ein Stück zu heilen, habe ich mich entschieden, dieses einschneidende Erlebnis für immer unter meiner Haut zu verewigen. Direkt über der Narbe, die mich ebenfalls für immer an diesen schmerzhaften aber wertvollen Tag erinnert wird.










"I never wanted it to end like this, but flies will lay their eggs" - Marilyn Manson

Mittwoch, 23. November 2016

Adventskalender selber nähen

Lieber Dezember, du kannst kommen. Wir sind vorbereitet!

Dieses Jahr schaffte ich es tatsächlich, genügend Zeit einzuplanen, um mich ohne Stress an die Nähmaschine zu setzen und ein kleines Projekt für den Dezember zu schneidern: 24 Säckchen für einen Adventskalender. Abgeschaut habe ich mir das Nähen der Säckchen bei langsamerleben (hier).

Meine Rechtecke sind jeweils etwa 10 cm x 35 cm groß.



Die Umsetzung klingt simpel: 
Ich nähte links und rechts die Bahnen für die durchzufädelnde Schnurr großzügig zusammen (siehe Bild) und faltete das Stück Stoff. Dann wurde noch rechts auf rechts aneinander aneinander genäht und - voilá! Fertig! (Wie es genau funktioniert, schaut ihr euch bei langsamerleben noch einmal in Ruhe an).

Doch die Leichtigkeit trügt: 24 Säckchen sind 24 Säckchen. Wenn langsamerleben 10 Minuten für einen braucht, sitzt sie - habt ihr es schon durchgerechnet? - vier Stunden an der Nähmaschine. Hinzu kommt die Zeit des Stoff-Zuschneidens. Falls ihr es nachnähen wollt, plant zwei oder drei Abende dafür ein. Ich fand das Projekt auch etwas monoton zum Hintereinanderweg-Nähen und habe immer mal zwischendurch daran weiter genäht.

Die charmante Variante des letzten Jahrs

Erinnert ihr euch noch an den Adventskalender vom letzten Jahr? Da hingen Kindersocken in unserer Küche und baumelten sehr charmant über dem Sofa. Falls ihr schnell & einfach einen Kalender zusammenstellen wollt, ist das eine süße Alternative (schaut ihn euch ihr noch einmal an). 
Von dem alten Kalender konnte ich mir in diesem Jahr die Klammern nehmen. Auf ihnen klebt jeweils ein Stern aus Fotokarton mit der jeweiligen Nummer darauf.



Interessiert euch nun auch der Inhalt?
Der ist in unseren Säckchen schlicht und beliebt: Gummibärchen oder Schokolade. 
Warum es nichts zum Spielen gibt? Mir erschienen kleine Geschenke zu viel des Guten. 24 Pixiebücher? Oder 24 Autos, Figuren, Stifte... Dann könnte ich die Geschenke an Weihnachten schon fast auslassen, weil die Kids ausreichend versorgt sind. Süßes kommt bei meinen Minis ohnehin am besten an.



Und so funktioniert es nun: 
Die Säckchen werden an einer Schnurr zusammengezogen und verschlossen. Mit der Klammer hänge ich sie bunt gemischt an einer Leiner in der Küche aus. Ich habe vor, sie jedes Jahr wieder zu verwenden, sodass ich nur einmal Arbeit mit der Herrstellung eines Kalenders hatte. Allerdings teilen die Kids sich den Kalender dieses Jahr noch (In einem Säckchen sind zwei Süßigkeiten) und ich werde eventuell nächstes Jahr noch ein Set von 24 Säckchen einer anderen Farbe ergänzen. Bis dahin halten es die Kleinen wie St. Martin: und teilen.



Dekorativ ist unser Kalender übrigens auch und verbreitet eine süße Weihnachtsstimmung.




Montag, 21. November 2016

Makeup Tutorial - Schminken mit Kind

Jede Mutter ist auch Frau und will strahlend und frisch aussehen. Heute verrate ich euch, wie ihr auch mit Kleinkind dieses Ziel erreicht.


Optimaler Weise stehen wir dazu natürlich mindestens eine Stunde vor dem Kind auf. Wer das Familienbett praktiziert hat hier schon die Arschkarte gezogen! Wir parken also das Kind möglichst vor dem Fernseher und versorgen es mit dem Frühstück seiner Wahl.


1. Vorbereitung
Anschließend bereiten wir unser Gesicht mit einer klärenden Reinigung auf die kommende Makeup-Applikation vor. Eine gute Gesichtswäsche ist das A und O, denn nur ein sauberes Gesicht ist eine gute Grundlage für Makeup. Also waschen wir uns als erstes den Schweiß der Nacht vom Gesicht und entfernen sonstige Verschmutzungen, wie z. B. Milchreste und Babysabber, mit dem Reinigungsprodukt eurer Wahl.


2. Foundation
Um eine ebenmäßige Grundlage zu erreichen tragen wir nun eine Foundation auf, die annähernd unserem Hautton entspricht. Diese sollte deckend genug sein um Rötungen und Müdigkeitsfältchen zu kaschieren.


Nun ist es meist an der Zeit, die Kakaotasse aufzufüllen.


3. Concealer
Jetzt geht es den fiesen Augenringen an den Kragen. Concealer, der eine Nuance heller als der eigene Hautton ist, eignet sich hervorragend um davon abzulenken, wie müde wir wirklich aussehen. Das ganze wird wahlweise mit dem Finger oder einem Pinsel in die Haut verblendet und danach mit Puder fixiert. Währenddessen versucht man das Kind zu überreden wieder ins Wohnzimmer zu gehen und mit seinen Autos zu spielen.


4. Bronzer, Blush, Highlight
Mit dem zappelnden Kind auf dem Schoß bringen wir nun wieder Farbe in die noch sehr geistähnliche Gesicht. Zunächst wird der Hautton mit Bronzer aufgewärmt um auszusehen, als hätte die Sonne tatsächlich unser Gesicht berührt. Den Bronzerpinsel reichen wir, möglichst ohne Restprodukt an das Kind weiter, damit dieses die sanften kreisenden Bewegungen imitieren kann. Ein Highlighter kann für ein natürlicheres Finish vor dem Blush aufgetragen werden. Der Blush sollte dezent sein aber trotzdem dem Gesicht rosige frische geben. Auch hier wird der Pinsel anschließend gerne vom Kind benutzt um eifrig nachzuahmen.


5. Augen
Nachdem wir das Kind abgesetzt haben und hoffen, dass es sich wieder mit sich selbst (oder dem Blushpinsel von eben) beschäftigt, kümmern wir uns um den verführerischen Augenaufschlag. Mit sanften Lidschatten betonen wir unsere Augen und stellen dabei aber sicher, dem Kind in regelmäßigen Abständen zu verbieten mit dem Blushpinsel in den Lidschatten zu dippen.
Eine Besondere Betonung erhalten die Augen durch Formung der Wimpern. Wo ist eigentlich meine Wimpernzange? Nein, Kilian! Damit kneifen wir der Katze nicht in den Schwanz.
Nun verleihen wir unseren Augen noch mit Mascara das Gewisse etwas.


Zu guter Letzt sammeln wir alle ausgeräumten Schminkutensilien vom Boden wieder auf, fummeln dem Kind die Pinselhaare aus dem Mund und waschen ihm das Gesicht.


Und schon sind wir startklar für den Tag!

Freitag, 18. November 2016

Über die Angst

Diesen Blogpost bin ich Änni & Anne schon sehr lange schuldig geblieben. Die Verzögerung tut mir ehrlich leid! Der Artikel liegt aber wirklich schon seit Februar auf meinem virtuellen Schreibtisch, wurde ständig weiter geschrieben und dann wieder abgebrochen.

Nächste Woche jährt sich wieder der Aktionstag „Roses Revolution“, wenn am 25.11. Frauen rosafarbene Rosen an Orten niederlegen, an denen ihnen Gewalt unter der Geburt angetan wurde. Hier findet ihr ausführliche Informationen über den Tag und hier und hier unsere Posts aus den letzten zwei Jahren.
Mittlerweile konnte ich meine traumatische erste Geburt aufarbeiten und habe meinen zweiten Sohn außerklinisch im Geburtshaus bekommen. Wir durften wirkliche eine fast schmerzfreie und völlig komplikationslose Geburt erleben. Unsere Leserin Änni & Anne schrieb unter meinem Geburtsbericht die berechtigte Frage: "Wie man die Angst, dass wieder etwas Schlimmes passieren könnte, ablegt."

Neo-Intensivstation mit Frühchen Sohn Nr. 1

Ich kenne natürlich keinen allgemeingültigen Weg, aber es gibt ein paar Punkte, die mir dabei sehr geholfen haben:

1. Es war nicht meine Schuld
Ein ganz wichtiger Punkt. Diesen adressiere ich an alle Frauen da draußen, die selbst schlimme Erfahrungen unter der Geburt, während der Schwangerschaft oder im Wochenbett gemacht haben:
Es war nicht eure Schuld.
Euer Körper ist weder unfähig, ein Kind zu gebären, noch habt ihr an irgendeinem Punkt versagt.
Ich weiß, dass einem aber genau das suggeriert wird. Egal, wann und mit wem man seine schlimme Geburtserfahrung aufarbeiten will, man wird entweder mit blöden Sprüchen abgeschmettert („dem Kind geht es doch gut, das ist die Hauptsache“, „Gebären ist halt nicht schön“, …) oder die Notwendigkeit der Maßnahmen, unter denen man gelitten hat, wird als Gegenargument angeführt.
Mein Tipp ist an dieser Stelle, euren Geburtsbericht anzufordern und die Geburt mit den damals Anwesenden durchzusprechen. Ihr erinnert euch nicht an die Dinge, die dort erwähnt wurden? Lasst euch erklären, warum sie passiert sind. Rückversichert euch auch, OB sie wirklich passiert sind. Was sagt euer Partner oder die Begleitperson, die dabei war?
Ich will medizinischem Personal auf keinen Fall falsches Verhalten unterstellen (nicht als Generalverdacht), wir haben aber ein großes Problem in unserem medizinischen System und damit auch in der medizinischen Geburtshilfe: wir müssen Fehler beweisen. Und macht das mal. Das ist in unserem System so gut wie unmöglich.
Unter Geburten passieren aber Fehler. Es wird an Stellen interveniert, an denen Abwarten das Richtige gewesen wäre und es wird an anderen Stellen nichts getan, wenn frau Hilfe gebraucht hätte.
Immer weniger Zeit für immer mehr Patientinnen  bei immer weniger Personal…darunter leidet nicht nur die Geburtshilfe. Mütter haben aber keine politische Lobby, darum wird an uns gespart - und darum sind solche Aktionen wie Roses Revolution so wichtig.
Führt euch ein ganz entscheidendes Paradoxon vor Augen: auf der einen Seite wird man unmündig gemacht, sobald man eine Klinik betritt. Man ist Patientin und die anderen sind das Fachpersonal, die wissen, was sie tun, und wir müssen ihnen dabei vertrauen. Dabei zählen für sie neben unserem Wohl auch Durchlaufzahlen und Abrechnungsfragen. Auf der anderen Seite soll man dann aber sehr wohl Unterschriften leisten, Interventionen absegnen und keiner zieht sich am Ende den Schuh an, wenn die Geburt dramatisch verlaufen ist. Außer wir Mütter.
Im Nachhinein sind mir einige Dinge aufgefallen, die unter meiner ersten Geburt katastrophal falsch gelaufen sind. Es hat aber Jahre gedauert, halbwegs befriedigende Antworten auf meine Fragen zu bekommen, die Gefühle von (meiner) Schuld und Versagen soweit zu verarbeiten, dass ich wieder kritisch und analytisch die Ereignisse rund um die Geburt reflektieren konnte.
Sowas braucht vielleicht einfach Zeit.
Schließlich ist man direkt nach der Geburt mit so vielen anderen Dingen beschäftigt. Viele Frauen, die unter traumatischen Erlebnissen gelitten haben, müssen zudem erst einmal die Scherben ihrer Selbst aufsammeln UND sich auch noch um ein Baby kümmern. Dabei stehen sie (wir) oft ganz alleine mit allem da.
Deshalb ist der Punkt, die Schuld für Komplikationen und/oder schwere Geburten eben NICHT bei sich zu suchen sondern kritisch und reflektiert das Erlebte zu verarbeiten, auch der schwierigste. Aber meiner Meinung nach der wichtigste. 
An dieser Stelle muss ich aber auch erwähnen, dass ich generell eher zu den aufmüpfigen und kritischen Menschen gehöre, mich um gewisse Dinge zu streiten, ist einfach mein Naturell. Mir ist aber durchaus bewusst, dass nicht jede in so ein offenes Gespräch mit den Beteiligten gehen kann. Dann sind Gespräche darüber in einem geschützteren Rahmen mit Personen eures Vertrauens die bessere Alternative.

2. Vorbereitung ist alles
Eigentlich schließt dieser Punkt an den vorherigen an. Um sich auf die nächste Geburt richtig vorzubereiten, ist das Verarbeiten der vorherigen vielleicht nicht unbedingt notwendig, aber sicherlich hilfreich. Ohne die Kraft des Verdrängens vernachlässigen zu wollen, hätte ich die Sorge gehabt, dass unter der nächsten Geburt dann Prozesse ablaufen oder das Erlebte auf eine unkontrollierte Art hochkommt, die dann negativen Einfluss auf den Geburtsverlauf gehabt hätten.
In meiner zweiten Schwangerschaft hatte ich das Glück, einen wirklich guten Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen. Dieser war bei meiner Hebamme und in dem Geburtshaus, in dem ich später auch entbunden habe. Bei meinem ersten Kind hatte ich zwar auch einen, aber an dem Crashkurs am Wochenende mit Partner konnte ich nicht mal ansatzweise das mitnehmen, was ich vielleicht gebraucht hätte, um mich unter der Geburt auch gegen Maßnahmen wehren zu können.
Jetzt im Nachhinein verstehe ich ehrlich gesagt auch nicht, warum man sich so sehr auf die Schwangerschaft vorbereitet und ihren Verlauf mit dem eigenen Verhalten (bzw. Verboten was Essen, Sport, usw. angeht) aktiv beeinflussen will, bei der Geburt aber nicht die gleiche Sorgfalt walten lässt. Schließlich kommt es doch fast nur auf die letzten Stunden der Schwangerschaft an, die letztlich entscheiden, wie das Kind auf die Welt kommt. Diese werden aber oft wie eine „Black Box“ behandelt und man will (oder soll) alles „auf sich zukommen lassen“.
Dabei KANN man sehr wohl den Geburtsverlauf aktiv mitbestimmen, man SOLLTE das sogar. Denn bei allen schöngefärbten „dein Körper weiß schon, was er tut“ ist das nun mal nicht so einfach. Wir geben während der Schwangerschaftsvorsorge viel ab (was per se ja nicht schlecht ist) und müssen am Ende der Schwangerschaft den Modus komplett umschalten und unser Kind auf die Welt bringen. Das gelang mir beim ersten Kind wegen mangelnder Erfahrung und Vorbereitung nicht.
Was aber auch ganz massiv gefehlt hat, war das Vertrauen in meine eigene Entscheidungsfähigkeit.

3. Habt Vertrauen in euch und euer Kind
Hinzu kommt aber natürlich auch die allgemeine Verunsicherung, mit der frau während der Schwangerschaft permanent konfrontiert wird. Wir sind fast alle risikoschwanger, dabei entweder zu jung, zu alt, zu dick, zu dünn, wir arbeiten zu viel oder bewegen uns zu wenig. Die Liste lässt sich unendlich fortführen und sogar auf das Kind übertragen. Das ist nämlich auch zu groß oder zu klein, hat nicht passende (Norm-)Werte oder oder oder. Monate der Sorge sind eher kennzeichnend für viele Schwangere als in freudiger Erwartung zu sein.

Es ist unfassbar schwer, da ein gesundes Verhältnis zu sich, seinem Körper und seinem Kind zu entwickeln. Über die Folgen unserer engmaschigen Schwangerschaftsvorsorge und dem Umgang mit dem (Nicht-)Wissen will ich an dieser Stelle auch gar nicht diskutieren – mich beruhigt es nämlich auch, alle medizinischen Möglichkeiten nutzen zu können.
Es ist aber ein schmaler Grat zwischen Aufklärung und Entscheidungsdruck, der oft mehr Unsicherheiten produziert als Vertrauen aufbaut.
Als eine der schlimmsten Beleidigungen und menschenfeindlichsten Äußerungen fasse ich den häufig genutzten Spruch unter der Geburt „Sie wollen doch sicherlich nur das Beste für Ihr Kind?!“ auf, der verwendet wird, um Angst zu schüren, damit alle Maßnahmen doch schließlich wider dem eigenen Empfinden oder Bauchgefühl abgesegnet werden. Schlicht aus der Sorge, seinem Kind zu schaden, wenn man sich nicht fügt.
Dabei sollte allen klar sein, dass jede Mutter nur das Beste für ihr Kind will. Und das als argumentatives Druckmittel zu verwenden, ist ethisch absolut fragwürdig und hat nichts – aber auch rein gar nichts – mit medizinischer Aufklärung zu tun.
Doch wie soll man das Vertrauen aufbauen, wenn es einem damit wirklich schwer gemacht wird?
Mein letzter Tipp:

4. Schützt euch selbst und macht, was euch gut tut
Die Schwangerschaft ist eine hoch sensible Phase. Wir sind auf der einen Seite extrem verletzlich und müssen gleichzeitig für uns und unser Kind einstehen. Das ist unfassbar anstrengend. Deshalb habe ich meine zweite Schwangerschaft für all die Dinge genutzt, die ich bei der ersten verpasst habe: ich habe Kurse besucht, Zeit für mich fest eingeplant und mich nur mit Dingen befasst, die mir gut taten. Für mich waren Meditationsübungen und Angstvisualierungen (um konkrete Ängste abzubauen) genauso hilfreich wie medizinische Debatten und kritische Gespräche mit Fachpersonen.
Dabei hielt ich mir bewusst vom Hals, was mich negativ hätte beeinflussen können.
(btw Ist das - neben dem süßen Kind natürlich - eine der besten Nachwirkungen aus der Zeit. Ich bin ziemlich selbst-bewusst geworden, was das angeht. Das Wort "egoistisch" wähle ich absichtlich nicht, obwohl es mir typischerweise als erstes in den Sinn kam)

Nach der Geburt von Sohn Nr. 2 direkt Zuhause

Fazit
Ich denke, es gibt nicht DEN einen Weg, wie man mit seiner Angst am besten umgehen kann. Genauso wenig, wie es DIE eine Art oder Umgebung zu gebären gibt, mit der sich frau garantiert am wohlsten fühlt.

Darum habe ich auch keinen Post darüber geschrieben, wie sicher die außerklinische Geburt ist (dabei hatte ich die Daten schon recherchiert ^^), denn auch da gilt, dass dies nicht der einzige Königinnenweg ist. Für mich war es richtig, mich aus der medizinischen klinischen Geburtshilfe beim zweiten Mal rauszuhalten, aber ich bin dieser auch prinzipiell sehr kritisch eingestellt.
Wichtig ist, denke ich, dass jede Mutter dabei unterstützt wird, ihren Weg zu finden und das Erlebte auch so aufzuarbeiten, wie es für sie am besten ist.
In dem Zuge möchte ich hier noch den sehr schönen Artikel „Gewalt beginnt im Kleinen und die Revolution bei uns selbst“ von Silke von Elternstimme sichereGeburt verlinken, die dafür die besseren Worte findet als ich.

Für mich war die kompetente und tolle Betreuung durch meine Hebamme sehr hilfreich, aber auch die Übungen, die ich mir abseits im HypnoBirthing gesucht habe, haben meine Ängste abbauen können und mich die meiste Zeit sehr entspannt bleiben lassen.

Ich wünsche allen Müttern mit schlechten Erfahrungen oder sogar Geburtstraumata, dass sie ihren persönlichen Weg finden, um damit umzugehen und das Erlebte gut für sich verarbeiten <3!

Mittwoch, 16. November 2016

Und wieder wird gebaut - Kilians erste "Eisenbahnplatte"

Auf ein neues werden wir handwerklich tätig für das perfekte Geburtstagsgeschenk. Bereits letztes Jahr haben wir, anstatt uns mit fertigem Spielzeug zu begnügen, ordentlich Hand angelegt und aus einem langweiligen Ikea Bett ein Rutschbett gebastelt. Irgendwie ist dies jedoch ungesehen am Blog vorbei geschrammt.


Im Sommer konntet ihr uns dann folgen, wie in unserem Garten ein Kletterturm entstand, der aus Kostengründe doch komplett angeschafft wurde.


Für Kilians 3. Geburtstag haben wir uns auch wieder etwas ganz besonderes überlegt, denn Fertigspielzeug kann ja jeder!


Kilian bekommt eine "Eisenbahnplatte"!


Nun, der Begriff ist etwas hochgegriffen, denn eine Eisenbahnplatte im klassischen Sinne ist natürlich kaum für ein Dreijährigen geeignet. Jedoch umschreibt er ziemlich treffend, was wir vorhaben.


Zunächst muss dazu in seinem Zimmer die Wickelkommode weichen. Diese (war übrigens auch Eigenbau) wird nicht mehr benötigt und darf deshalb Platz schaffen. Die frei gewordene Wand bietet genug Platz für eine große Spielecke. Lange haben wir überlegt, wie wir diese Lücke sinnvoll füllen. Mit Spielzeug, das Kilian tatsächlich benutzt.


Auf einer Fläche von 1,50m x 2,00m entsteht daher nun eine Landschaft mit Straßen, Schienen und einem Feld für die zahlreichen Autos und Traktoren.


Material und Beschaffung


Die Grundplatte entsteht aus 3 OSB Platten, Rasenteppich und Teichfolie. Die Platten werden zurechtgesägt und verleimt und anschließend mit dem Teppich umspannt. Ein Ausschnitt für das Feld wird mit der Teichfolie ausgelegt.
Da zu einem richtigen Feld auch Erde gehört, die beackert werden kann, füllen wir den Ausschnitt mit Kinetic Sand.


Die Straßen sägen wir aus Sperrholz, welches ich mit Acrylfarbe bemale. Tunnel und Hügel entstehen aus Pappmaschee. Alle fertigen Teile werden mit Montagekleber auf dem Rasenteppich befestigt.


Die Schienen stammen von der Lego Duplo Eisenbahn, die Kilian sowieso schon besitzt. Diese werden auf der Platte so integriert, dass der Zug entweder nur auf der Platte fährt oder das Schienennetz noch im restlichen Kinderzimmer erweitert werden kann. Außerdem bringen wir auf der Platte noch Original Lego Grundplatten an. So kann Kilian nach Belieben noch einen Bahnhof dazu bauen.


Die Kosten


Natürlich ist das nicht nur ein sehr aufwendiges Geschenk. Ein paar Euro müssen auch investiert werden:


Grundmaterial aus dem Baumarkt: 86,00 € (inkl. neuer Säge und Tacker)
Bastelmaterialien: 42,00 €
Kinetic Sand: 15,00 €
Deko (Verkehrszeichen, Pflanzen): 29,00 €


= 172,00 €


Tipp: Bei einem solchen Geschenk lässt sich die Familie hervorragend einbauen! Denn gerade die Kleinteile, wie Kinetic Sand und Deko, kann man einfach an alle weiterreichen, die nicht wissen was sie schenken sollen. Somit haben sich auch die tatsächlichen Kosten für uns auf ca. 130,00€


Die Bastelei
Abseits der Säge- und Verleimarbeiten, die mein Mann übernimmt, heißt es basteln, basteln und nochmal basteln. Wie oben schon erwähnt entsteht ein Hügel und ein Tunnel aus Pappmaschee. für den Tunnel habe ich längliche Ballons als Grundgerüst genommen. Der Hügel wurde aus Styropor vorgeformt und mit Pappmaschee und Strukturpaste ausgestaltet. Die Deko habe ich teilweise aus dem Blumenladen meines Vertrauens bzw. aus der Natur.


Grundplatte vor dem Sägen
Grundplatte mit Rasenteppich umspannt
Die Unterseite, der Feldausschnitt wurde Später mit Teichfolie ausgekleidet
 
Sperrholzstraßen
 
Der Hügel entsteht
 
Grundgerüst des Hügels
Fazit:
Kilians bisher aufwendigstes Geschenk hat uns 3 Wochen lang die Abendstunden gekostet. Doch der Aufwand hat sich absolut gelohnt. Nicht nur er, sondern auch die kleinen Geburtstagsgäste hatten mit der Platte riesen Spaß. Der Sand lässt sich einfach beseitigen, nur an Socken klebt er irgendwie magisch.

Das Feld werden wir nochmal anders verkleiden müssen, da der Kinetic Sand zu sehr umher rutscht. Das macht das "bestellen" des Feldes sehr schwierig.

Ansonsten hat das Gesamtwerk bisher gut durchgehalten. Der Zug wird immer mal auf- und abgebaut und hat es deshalb auch nicht auf das Foto geschafft.

An die Wände will ich nun im Laufe der Zeit noch Aufbewahrungsmöglichkeiten für die vielen Fahrzeuge schaffen. Dafür fehlt mir nur leider noch die zündende Idee.

Endergebnis, ohne Zugstrecke
 
 







Samstag, 12. November 2016

Ich packe meinen Schuhkarton...

Weihnachten im Schukarton ist eine so einfache wie phantastische Aktion: Ein von euch mit Geschenken gefüllter Schuhkarton macht sich auf die Reise zu einem Kind, das vielleicht noch nie ein Geschenk erhalten hat. Letztes Jahr erreichten Geschenke aus dem deutschsprachigen Raum Kinder aus Bulgarien, der Republik Moldau, Slowakei, Polen, Rumänien, Weißrussland, Mongolei, Serbien und Montenegro. Viele Familien leben in diesen Ländern an der Armutsgrenze. Kirchengemeinden vor Ort laden zielgerichtet Kinder zu Weihnachtsfeiern ein, auf denen die Geschenke verteilt werden. Dabei arbeiten sie mit Sozialbehörden und anderen karitativen Organisationen zusammen. 
Ich mag die Aktion bis auf die Einbettung ins Christentum sehr gern.

Dieses Jahr bereitete ich meine Kinder auf die Aktion vor, indem wir über Kinder sprachen, die nicht so viele Spielsachen haben wie sie. Wir zogen gemeinsam los, um einen Weihnachtskarton mit Nützlichem und Schönem zu füllen. Die Kinder durften aussuchen.

Dieses Päckchen stellten wir für ein Mädchen im Alter von 2-4 Jahren zusammen:



Da meine Töchter ebenfalls in diese Alterklasse gehören, ließ ich ihnen freie Hand. Das von uns beschenkte Mädchen darf sich nun unter anderem über eine Puppe und ein Elsa-und-Anna-Bilderbuch freuen. Außerdem gibt es eine Hose mit Goldsternchen, einen Pulli mit Gesicht, Kinderschokolade, ein Malbuch und Stifte.

Als es ans Verpacken ging, ließ die Freude der Kinder etwas nach. Sowohl Mila als auch Annika wollten die Puppe doch lieber für sich behalten. Ich wies sie darauf hin, dass sie selbst schon Unmengen Barbiepuppen besitzen und das Kind vielleich noch gar keine. Sie ließen sich dann darauf ein.

Als wir den Schuhkarton dann jedoch an einer Sammelstelle abgaben, glänzten Milas vor Stolz. Wir sind uns sicher, dass die Kleine sich sehr freuen wird.

Bis zum 15. November 2016 könnt ihr Schuhkartons noch abgeben. Alle Informationen zur Aktion gibt es hier:
https://www.geschenke-der-hoffnung.org/

Dienstag, 8. November 2016

Zwei Jahre mit zwei Kindern

Vor einem Jahr bloggte ich über unser erstes Jahr mit zwei Töchtern (hier) und nun ist die Zeit für ein Update gekommen. Während das erste Jahr sehr an unseren Kräften zehrte und wir auf die Probe der Belastbarkeit gestellt worden waren (auch wegen der Masterarbeit und meinem Jobeinstieg), konnten wir uns im zweiten Jahr schon hin und wieder zurücklehnen und entspannen.




Wie wäre es ohne Geschwisterkind?

Im ersten Jahr stellte ich mir diese Frage noch ganz automatisch, weil ich mit Baby und Kleinkind zwischen Chaos und Schlaflosigkeit pendelte. Es war so schön und so wahnsinnig anstrengend - Nur mit Kleinkind wäre es für uns entspannter gewesen. Vermutlich. Den Vergleich hat man natürlich nicht. Inzwischen reicht meine Phantasie aber schon nicht mehr so weit, mir ein Leben mit nur einem Töchterchen vorzustellen. Es fühlt es sich bereits so an, als wären die beiden schon immer gemeinsam auf der Welt gewesen. 

Natürlich sind aufwändigere Aktivitäten einer zu unternehmen, wenn man nur ein Kind hat und darum nehme ich zum Beispiel derzeit nur Mila (3,5 Jahre) mit auf Reisen und Annika (2 Jahre) verbringt derweil Papa-Zeit zu Hause. Doch kleinere Ausflüge wie einen Zoobesuch oder Freibadaufenthalte unternahm ich in diesem zweiten Jahr bereits mit beiden zusammen und das lief erstaunlich gut. Ich sprach mit Mila vorher darüber, dass es wirklich wichtig ist, dass sie auf mich hört, wenn wir gemeinsam baden gehen. Wir müssen schließlich auf Annika aufpassen, unser kleines Rabaukenkind.


Ohne Geschwisterkind wäre es bei uns inzwischen nicht mehr einfacher oder ordentlicher oder entspannter. Es wäre nur anders und vorallem würde einfach jemand fehlen.

Die Faszination an zwei Töchtern:


  • Geheime, kleine Geschwisterwelt.
    Manchmal sitzen sie auf dem Sofa und kichern gemeinsam über den Quatsch, der ihnen gerade eingefallen ist. Sie spielen zusammen oder tanzen. Annika nimmt bereits an Milas Rollenspielen teil, in denen sie entweder das Baby oder der Hund sein darf. Derzeit ist aber vor allem St. Martin aktuell. Wenn Mila mit Steckenpferd und Mantel durch die Wohnung reitet, soll Annika der Bettler sein. Das klappt nicht so gut. Stattdessen reiten am Ende immer zwei St. Martins am Sofa vorbei und ich darf winken.
  • Sie passen aufeinander auf.
    "Milas Teller!", sagt mir Annika, wenn ich unbedacht ihr den Teller der Schwester hingestellt habe. Nicht, weil sie den nicht möchte, sondern weil sie weiß, dass Mila von ihrem Lillyfee-Teller essen möchte. Wenn sich eine stößt, schaut die andere, was passiert ist oder leitet Informationen an die Eltern weiter: "Papa! Annika möchte eine Milch trinken."
  • Streiten muss gelernt sein
    Natürlich streiten sie sich. Das bringt ein Zusammenleben mit sich. Wobei ich vom Gefühl her sagen würde, dass es sich (noch?) in angenehmen Grenzen hält und man ihre Probleme gut lösen kann. In dem geschützten Umfeld zwischen Eltern und mit Geschwistern lässt sich vieles ausprobieren und die Kleinen sammeln ihre Erfahrungen. Bei uns ist es so, dass die Große viel einstecken muss, weil die kleine Wildfang-Schwester sich durchzusetzen weiß: Sie haut, schreit und beißt. Ich neige dazu, solche Konflikte zu beobachten und nicht gleich einzugreifen. Auch Streiten muss und darf man schließlich, wenn es darum geht, wer jetzt gerade das Malbuch haben darf und wer die Kette bekommt.
  • Küsschen für die Schwester
    Was für ein Glück: Die Kinder haben sich trotzdem lieb! Ein Biss der kleinen Schwester ist schnell vergessen. Sie erwachen und nehmen einander in den Arm. Das ist supersüß und schmelze dahin.
  • Eltern haben frei
    Dieses Level erreicht man als Eltern wahrscheinlich sowieso irgendwann, ob das Kind nun Geschwister hat oder nicht. Es ist super! Die Kids stapeln das Lego und lassen Figuren hindurchwandern, während ich mit meinem Chai Latte in der Hand ein Buch lese. Okay, das ist ein bisschen übertrieben. Meistens komme ich nicht weiter als drei Seiten und ein paar Schlucke, weil dann eine Windel gewechselt werden muss oder jemand Wasser verschüttet hat oder die Puppe ihr Kleid nicht allein anziehen kann. Aber immerhin: 3 Seiten, liebe Eltern. Das Leben macht Fortschritte.
  • Sachen kommen zweimal in Gebrauch
    Gerade mit meiner Nähleidenschaft fände ich es schade, wenn meine große Tochter aus einem Pulli heraus wächst und das war´s dann schon. Bei uns wandert das Stücke von Schrankfach 1 in Schrankfach 2 und wird direkt weiterbenutzt. Mila ist zwar noch zwei Nummern größer (104) als Annika (86/92), aber da Kleidung unterschiedlich ausfällt und selbst Genähtes sowieso, passen die Sachen wirklich recht schnell auch der Kleinen.
  • Klein lernt von Groß
    Zum Teil bringt Annika viel aus dem Kindergarten mit, zum Teil lernt sie aber auch von ihrer großen Schwester. Sie eifert nach und sie will dabei sein. Wie ein Meister schlägt sie beim Backen bereits Eier auf und überbietet damit sogar ihre Schwester. Mila geht da noch zu vorsichtig vor. Die Kleine versucht mitzusingen, wenn Mila wie ein Kassettenrekorder ein Lied nach dem anderen vorträgt, und auch sie möchte mit der Schere schneiden, aufs Töpfchen gehen, aus dem Glas trinken und ihre Jacke anziehen.
    "Alleine!" ist gleich nach "Gummibärsche" ihr Lieblingswort.
     

Organisation ist alles? 

Vor einem mittelgroßen Problem standen wir, als mein Mann nach drei Jahren Elternzeit spontan eine Stelle bekam. Er hatte sich beworben und - Bing - er durfte starten. Das löste zunächst Jubel bei uns aus! Ich konnte somit auf 30 Stunden reduzieren, weil er nun auch verdienen würde. Er freute sich auf die neuen Aufgaben und darauf, "raus" zu kommen aus Kinderbespaßung und Haushaltsführung. Drei Jahren reichten; es war Zeit für Neues.

Aber: Annika hatte mit einem Jahr keinen Kindergartenplatz bekommen und wurde deshalb noch zu Hause betreut, was bislang in Ordnung gewesen war. In der nächsten Bewerbungsrunde hatten wir sogar bereits einen Platz für sie bekommen - In 4 Monaten sollte es losgehen. Aber was bis dahin tun? Es folgte ein Hin und Her mit verschiedenen Tagesmüttern, die für so einen kurzen Zeitraum kein Kind aufnehmen wollten, und wir versuchten es über die Stadt und das "Netzwerk Kinderbetreuung" in Bonn, bei denen aber leider lediglich die Zeit verstrich ("Besuchen Sie den Info-Abend in zwei Wochen, erst dann helfen wir Ihnen" - "Nächsten Monat können wir Ihnen einen Beratungstermin anbieten"...). Eine Lösung fanden wir zum Glück: Eine Mutter aus Milas Kindergarten bot sich gegen Babysittergebühr an, auf die Kleine täglich aufzupassen. 



Ein anderes Problem stellten dann Nachmittage da, an denen ich arbeiten musste und wir somit beide nicht zu Hause sein konnten. Zum Beispiel wegen Besprechungen, Veranstaltungen oder Dienstreisen. Wir hätten die Große dann nachmittags mit einer Freundin verabreden können, doch die Kleine war noch klein und sie konnten wir nicht so leicht unterbringen. Am Ende schafften wir es dann mit Unterstützung von Freunden oder der Tante, die manchmal unter der Woche frei hat, alles zu organisieren. Und inzwischen haben wir auch eine Babysitterin, die Studentin ist und hin und wieder einen Nachmittag übernehmen kann inklusive Abholen der Kinder aus dem Kindergarten.

Kindermund tut Wahrheit kund?

Und zum Schluss der Grund, warum man nie genug Kinder haben kann: Man hat immer etwas zu lachen. Hier folgen einige Kinder-Gespräche:

Mila: "Gibst du mir das mit dem Eis?" (zeigt auf Eisgodzilla)
Adrian: "Wie heißt der denn?"
Mila: "Weiß ich nicht."
Annika: "Godzilla!"
(Wieso stand das Wort eigentlich nicht zum Ankreuzen auf dem U7-Fragebogen?)


Adrian: "Gab´s im Zoo auch Giraffen?" 
Mila versteht es falsch und ruft: "Papa, im Zoo gibt es doch keine Drachen!!" 
Adrian: "Ich wollte ja auch wissen, ob es Giraffen gab." 
Mila: "Hahaha, Papa! Giraffen sind doch keine Drachen" 
Adrian: "Mila... Habt ihr auch Giraffen gesehen?" 
Mila sagt erst nichts und lacht dann einfach weiter. Er wird es nie erfahren.

Mila: "Mama, ich bin auch krank."  
Ich: "Oh, warum das denn?" 
Mila: "Weil ich Fernsehn gucken will."

Mila: "Gehen wir in die Kirche heute?"
Adrian: "Was willst du denn in der Kirche machen?"
Mila: "Mit Engeln spielen."


Ich räume die Ketschupflasche weg. 
Mila: "Das war unser Ketschup!" 
(Übrigens sitzen sie beide auf einem Stuhl) 
Ich: "Aber ihr habt jetzt genug." 
Mila: "Annika, ich hol unseren Ketschup wieder! (holt ihn, stellt ihn auf den Tisch) Das ist unser Ketschup! Der bleibt jetzt auf dem Tisch stehen! Annika, möchtest du noch Ketschup? Hier" (und sie gibt der Schwester noch mehr drauf.... Was für eine Verbrecherbande!)

Mila spielt mit ihren Barbies (Mutter & Kind):
Mutter: Kind, warst du in der Schule?
Kind: Ja, ich habe in der Schule geschlafen.
Mutter: Oh, das ist schön. Ich bin jetzt müde. Bist du auch müde?
Kind: Ja, ich bin auch müde. Darf ich bei dir schlafen?
Mutter: Nein. Du musst in deinem Bett schlafen. Mama und Papa schlafen hier. Du sollst in dein Bett gehen.
Kind: Piep piep
Mutter: Hör auf zu piepen.


Annika am Spielzeughandy: "Hallo Papa. Nein. Tschüss Papa." In der Kürze liegt die Würze.


Mila stürmt ins Nebenzimmer, knallt die Tür zu und schreit "Jetzt reicht's aber!!"