Mittwoch, 29. Juni 2016

DIY für Dummies

Für mich talentfreie Grobmotorikerin wurde ein Wanderpaket zur DIY-Herausforderung und ich konnte dank youtube-Videos tatsächlich etwas basteln, das am Ende nicht ganz so schrecklich wurde.

Ich wichtel gerne mit meinen lieben Internet-Muttifreundinen, dabei werden Geschenke zu einem bestimmten Thema verschickt. Diese wählt man für sein Wichtelkind anhand eines Steckbriefes aus, verpackt alles schön und verschickt anonym, damit das Wichtelkind noch ein bisschen Ratespaß bei der Sache hat.

Bei der Do-it-yourself-Wichtelrunde habe ich extra ausgesetzt, das wollt ich nämlich niemandem antun. Ich fand Basteln schon im Kindergarten scheiße und kann bis heute an keiner Linie exakt entlang schneiden. Kreativität ist so gar nicht meins und mit Kleber, Papier und anderen Materialen stehe ich auf Kriegsfuß. 

Wir wichtelten zum Thema "Einmal Braut sein - etwas Altes, Neues, Blaues und Selbstgemachtes" (anstatt Gebrauchtes). Letzteres war auf Grund des festgesetzten Budgets eine ehrliche Herausforderung. Normalerweise lasse ich machen...auf Dawanda kann man richtig tolle selbstgemachte Dinge kaufen, doch diesmal musste ich für wenige Euro irgendwas nicht ganz so Peinliches zusammenzimmern. Eine kleine Recherche ergab:

Kerzen Gießen aus Wachsresten

sollten auch die unfähigsten Bastler hinbekommen, also machte ich mich ans Werk.



Schritt 1: Das benötigte Zeugs zusammen suchen.

Mit minimalem finanziellen Aufwand sammelte ich folgende Zutaten zusammen: ein Gefäß für die neue Kerze (Babygläschen noch von Sohn 1) sowie Kerzendochte (gekauft bei ebay). Für das Wachs hatte ich noch Kerzenreste und Duftteelichter Zuhause. Eine Kerze in der passenden Farbe kaufte ich zur Sicherheit, falls das Wachs nicht reichen sollte.

Schritt 2: Wachs zerkleinern und im Wasserbad schmelzen lassen.





Das ging echt schnell und erstaunlicherweise fing nichts Feuer.

Dummerweise waren die Duftteelichter in Plastik, so konnte ich sie nicht einfach herausnehmen. Also stellte ich diese in der Mikrowelle und ließ dort das Wachs schmelzen.





Schritt 3: Das Wachs in das neue Gefäß einfüllen.

Die größte Herausforderung war am Ende, den Kerzendocht beim Einschütten des heißen Wachses gerade im Gläschen zu halten. Da diese kürzer als die Gläschen waren, rutschten sie mir immer wieder in das flüssige Wachs.

Am Ende gab es eine riesige Sauerei und verbrannte Finger, aber ich habe es hinbekommen ;).





Das Wachs fällt beim Hartwerden in sich zusammen. Profis hätten dafür geschmolzenes Wachs über, um das Gefäß damit aufzufüllen. Bin ich nicht, also konnte ich nicht.

Schritt 4: Verzieren und fertig!

Ich wühlte noch etwas in meiner Geschenkbandkiste und verzierte das Gläschen mit Bändern, Schleifen und einem Schmetterling.




Hoffentlich freut sich mein Wichtelkind über die frühlingsfrisch duftende Kerze - und hoffentlich machen die anderen Geschenke meinen DIY-Versuch ein bisschen wett ;).

Sonntag, 26. Juni 2016

Gemüsezeiten brechen an

Kürzlich las ich bei "Schwesternliebe&Wir" einen Blogpost zu einem Nahrungsergänzungsmittel (hier), das ungesunde Ernährung ein wenig ausgleicht und als Kampfmittel gegen Müdigkeit eingesetzt werden soll. Sarah schrieb, dass bei ihr Gemüse den gleichen Effekt habe, sie aber oft nicht zu der Schnippelei komme und das Familienessen inzwischen nicht mehr so gemüselastig ist, wie einst vorgenommen. Das möchte ich nun ausprobieren. Nicht das Ergänzungsmittel, sondern das Gemüse!

Gemüsezeiten brechen an



Chutriel hat mit der Paleo-Ernährung im Grunde etwas sehr ähnliches, wenn nicht genau das Gleiche praktiziert (lest hier noch einmal "Unser Paleo-Experiment - 30 Tage Steinzeitküche") – nur dass dort Fleisch eine große Rolle spielt, während wir meist vegetarisch kochen. Außerdem lieben wir Nudeln und wollten uns nicht groß einschränken. Uns geht es nur darum, viel und bewusst mit frischem Gemüse zu kochen – der Entschluss fiel gestern spontan und ich dokumentiere nun, wie der erste Monat läuft.

Ausgangssituation

Ich war oft müde und ausgelaugt. Mein Mann kritisierte schon lange meine Ernährung. Den Vormittag überbrückte ich mit 2-3 Bechern Kaffee auf Arbeit und meinen Magen beglückte ich dann erst um 15 Uhr, wenn ich beide Kinder von der KiTa abgeholt hatte. Nudeln, Pfannkuchen, aber durchaus auch Eintopf und Salat nahm ich zu mir. Abends gab es dann auch etwas warmes: Pizza, Nudeln, Burger, Baguettes, Kroketten, Steak. Hin und wieder mit Gemüse, aber nicht immer. Ihr seht schon, das war nicht unbedingt gesund und viele Sachen darunter, liegen auch leider schwer im Magen.

Vorhaben

Für Gemüsezeiten haben wir ideale Startbedingungen: Der Biomarkt liegt ganz in unserer Nähe und es sollte mir ein leichtes sein, dort täglich frisches Gemüse zu kaufen. Alternativ könnten wir auf einen kleinen Laden zugreifen, dessen Besitzer wir den "Gemüseonkel" nennen, und verschiedene Supermärkte bzw. Discounter befinden sich auch direkt um die Ecke. 

Wenn ich Gemüse zur Routine erkläre, sollte es recht leicht umzusetzen sein: In der Woche möchte ich das Gemüse mit Annika zusammen einkaufen, bevor wir Mila aus dem Kindergarten abholen. Für den Samstag Vormittag nehme ich mir vor, zum Wochenmarkt zu fahren und dort einzukaufen, denn dort kann ich neben Gemüse auch...

a) ... Rezepte und Zutaten von Cookit erwerben. An einem Stand auf dem Marktplatz kann ich eine Tüte mit Lebensmitteln kaufen und zu Hause ein neues Rezept ausprobieren, ohne dafür in verschiedenen Geschäften einkaufen zu müssen. Die Zutaten sind regional und häufig gemüselastig.

b) ... bei dean & david essen gehen. Ihre "Mission ist kompromisslose Frische. Die perfekte Verbindung von Genuss und Qualität mit gesunder, leichter Ernährung definiert Fast Food neu – unkompliziert, modern, urban. (Sie) verarbeiten nur qualitativ hochwertige Zutaten, die besonders vitamin- und mineralstoffreich sind und keine Geschmacksverstärkern enthalten – einfaches, gesundes, von Hand zubereitetes Essen! (...) Alle Produkte beziehen (sie) direkt über ausgewählte, größtenteils regionale Lieferanten. Dabei verwenden (sie) frische,  hochwertige Produkte, teilweise und saisonabhängig aus der Region." Ich finde, das klingt super.

Nun könnt ihr gespannt sein, ob ich das Vorhaben durchhalte. In einer Woche könnt ihr lesen, wie die ersten Gemüse-Tage verliefen, was wir gegessen haben und ob ich mich dadurch besser fühle.

Mal ehrlich:Wie viel Gemüse liegt bei euch auf dem Teller? 

Freitag, 24. Juni 2016

Unser (Alp-)Traum vom Mehrgenerationenhaus

Vor genau zwei Jahren habe ich mit meinen Schwiegereltern ein Zweifamilienhaus gekauft, um Tür an Tür mit ihnen zu leben. Davon sollten alle was haben - wir in der Rush Hour des Lebens Hilfe mit den Kindern, sie später Hilfe im Alter. Jetzt ziehen wir wieder aus: hier also mein Erfahrungsbericht.

Es hätte alles so schön sein können. Zumindest versprachen mein Mann und ich uns sehr viel davon, mit seinen Eltern zusammen ein Haus zu kaufen. Mal davon abgesehen, dass wir ohne ihre finanzielle Einlage nie das Eigenkapital dafür hätten aufbringen können, hofften wir auf familiäre Unterstützung, um Arbeit und (kleine) Kinder unter einen Hut bringen zu können.

Doch taten sich so viele Konflikte im Zusammenleben auf, dass wir dem Familienfrieden zuliebe wieder ausziehen und unseren Teil des Hauses vermieten. Denn NOCH verstehen wir uns gut - von der Enttäuschung und dem Unverständnis ihrerseits natürlich abgesehen, dass wir unsere Koffer packen und meiner Arbeit in einem anderen Bundesland hinterher ziehen. Zum Glück unterstützt mein Mann das trotz der Verpflichtung seiner Eltern gegenüber.

Viele haben uns damals davon abgeraten und sie hatten Recht. Natürlich hätte es gut funktionieren können und es gibt auch sehr viele Beispiele, in denen so ein Zusammenleben hervorragen klappt. Bei uns gab es aber zusammenfassend etliche Punkte, die uns das Leben wirklich schwer gemacht haben:

1. Wir bleiben die Kinder. Eigentlich gehört das Haus uns und eigentlich sind wir schon erwachsen. Das ist aber so eine Sache, die nur schwer in den Köpfen der Eltern ankommt. Wir wurden permanent entmündigt, denn sie wussten es auf Grund ihrer Erfahrungen immer so viel besser. Bei allen Fragen, die das Haus betrafen und die eigentlich gemeinschaftlich entschieden werden sollten, wurden wir  und unsere Wünsche letztlich immer ignoriert. "Denn die sind ja dumm!" (Zitat)

2. Wir haben unterschiedliche Vorstellungen. Das schließt an den ersten Punkt an. Was uns wichtig ist und was für meine Schwiegereltern Priorität hat, unterscheidet sich teilweise so gravierend, dass eben erwähnte gemeinschaftliches Fragen absolutes Konfliktpotenzial bereit hielten. Sie störten sich massiv an dem umgefallenen Besen vor meiner Haustür, mich interessierte das Innere des Hauses wesentlich mehr. So wie sie einfach nicht verstanden, warum uns gewisse Dinge völlig egal war, verstanden wir nicht, warum der Eindruck der Nachbarn für irgendwas relevant sein sollte.

3. Wir bleiben finanziell abhängig. Der Teufelskreis war mit ihrer Einlage gemacht und aus der Nummer kamen wir nicht mehr raus. Mit zwei Familien braucht es auch eine entsprechende Größe von Grundstück und Haus und den Umfang können wir alleine schlicht nicht tragen. Also mussten sie immer und immer wieder aushelfen, was wir erst zähneknirschend annahmen, um dann irgendwann den Baustellenstop ausriefen, damit wir nicht noch mehr Geld von ihnen benötigten. Geplant war das Haus nämlich mit zwei Gehältern, ich fand hier im hessischen Hinterland aber keine Arbeit.

4. Unsere Uhren ticken anders. Bis ich dem Schwiegervater beigebracht habe, unseren Tagesablauf mit kleinen Kindern zu respektieren, verging ein Jahr und das kostete mich viele Nerven. Baulärm zur Mittagsstunde und Besuch nach 20 Uhr, jeden Tag das gleiche Spiel und darauf folgend Theater mit dem Nachwuchs. Dass ich mit einem müden und quengelndem Kind nicht mit zum Baumarkt fahren oder in der Sommerhitze mit ihnen nicht den Garten umgraben wollte, verstanden sie einfach nicht.

5. Dauerhafte Autoritätsprobleme. Oma und Opa verwöhnen ja gerne - aber sobald die Großeltern nebenan wohnen, ist das ein Ärgerfass ohne Boden. Wir nannten unseren Sohn heimlich "King Dingeling", denn bekamen wir ihn wieder, war er wie auf Reset und machte bei uns nur Stress. Bei Oma war er der König, bei uns mutierte er danach zum Arschloch.
Und natürlich wollte er immer lieber rüber, schließlich wohnen wir Tür an Tür. Die Großeltern erfüllte das mit Stolz, mich verletzte und stresste diese tägliche Auseinandersetzung wirklich sehr. Als mein Sohn weglief, weil er zu Oma wollte und ich ihn im Garten einfangen musste, hatte ich die Schnauze voll.

6. Ich bin nur die Schwiegertochter. Jede Familie hat ihr eigenes soziales Gefüge und gewachsene Problemherde. Als Außenstehende sah ich zwar einiges differenzierter, ich steckte trotzdem mittendrin und hatte meine Rolle inne. Die der Schwiegertochter. Also die unangenehme Randerscheinung, die man am liebsten ignoriert. Und dafür habe ich mich in meiner Jugend nicht von meinem eigenen Patriarchen-Vater befreit, um mich dann dem Schwiegervater, der genauso vom "alten Schlag" ist, zu fügen. Meinem Mann zuliebe machte ich die Faust in der Tasche und stritt mich mit Schwiegervater nicht so wie mit meinem Vater damals. Es wütete aber in mir.

7. Hilfe zu fremden Bedingungen ist keine Hilfe. Die im Vorfeld versprochene Hilfe stellte sich als relativ nutzlos heraus. Meine Schwiegereltern halfen uns nur, wenn es ihnen in den Kram passte. Zwischen Aktivurlauben, Sport, Ausflügen, Kartenspielabenden usw. ließen sie sich nur auf das Babysitten ein, wenn es sie nicht an ihren Freizeitaktivitäten hinderte. Wünsche unsererseits, wenigstens feste Termine bei Oma und Opa zu bekommen (damit WIR vielleicht auch mal was planen konnten), wurden konsequent abgelehnt. Ebenso Babysitten am Samstag. Denn da hatten sie ja was vor. Unnötig zu erwähnen, dass eine dauerhafte Einplanung von ihnen - damit das Kind vielleicht nicht schon mit einem Jahr in die Krippe muss - direkt abgeschmettert wurde. Nachdem es öfter vorkam, dass eigentliche Absprachen einfach vergessen wurden und ich meine Termine absagen musste, weil sie spontan in den Urlaub fuhren, war es bei mir vorbei.

Denn ganz ehrlich, warum soll ich ein Mehrgenerationenhaus mit so viel alltäglichem Ärger aufrecht erhalten, wenn ich tatsächliche Hilfe mit den Kindern nicht erwarten kann?

Als ich nach relativ erfolgloser und zweijähriger Suche hier im Umkreis keine ansprechende Arbeit fand, aber ein sehr gutes Jobangebot in einem anderen Bundesland erhielt, nutzten wir die Chance und planen aktuell unseren Auszug. Zum Glück haben wir schon Mieter für unsere Haushälfte gefunden und wenn die sich nicht als Mietnomaden herausstellen, werden wir auch keine negativen finanziellen Konsequenzen aus diesem Fehlkauf ziehen müssen. Aber ich bin echt froh, dass wir nach nur zwei Jahren noch mal die Notbremse ziehen konnten und uns nicht dauerhaft so unwohl und eingeschränkt fühlen müssen.

Hat jemand von euch ähnliche oder vielleicht sogar positive Erfahrung im Zusammenleben mit den (Schwieger-)Eltern gemacht? Funktionieren irgendwo mehrere Generationen auf engem Raum oder erlebt ihr ähnliche Konflikte?

Mittwoch, 15. Juni 2016

Basteltipp: Knallbunte Nudelketten

Die Nudelkette gebe ich euch als Do-it-yourseld-Idee mit an die Hand, wenn ihr schnell und leicht mit den Kindern basteln wollt. Meine Tochter Mila ist 3 Jahre alt und mit ihr zusammen male ich hin und wieder diese Art der Ketten.



Ihr braucht:
- Makaroni oder andere Nudeln mit Loch
- einen Spieß (zum Nudel halten, während ihr rundum malt)
- einen Faden
- Farbe
- Pinsel
- Wasserglas zum Pinsel auswaschen
- eine Unterlage


Schritt eins: Anmalen

Die Makaroni könnt ihr mit eurem Kind zusammen anmalen. Malt sie einfarbig oder schafft Muster, wie ihr mögt. Ich persönlich liebe bunte Kreise.



Die Nudeln trocknen schnell und gut auf der Heizung oder einfach an der Luft.



Schritt zwei: Auffädeln

Hier konnte sogar schon Annika mit ihren 1,5 Jahren mithelfen und Nudel um Nudel auf den Faden fädeln. Ihr seht schon: Kinderleicht! Messt die Länge vorher so ab, dass die Kette um den Kopf der Kinder passt. Von komplizierten Verschlüssen rate ich ab, da gerade das Anziehen und Ausziehen im Kleinkindalter sehr beliebt ist. Haltet es so einfach wie möglich.

Und fertig!
Habe ich zu viel versprochen? Ich hoffe, euch gefällt mein kleiner Basteltipp. Es braucht weder viel Material noch viel Zeit und eignet sich prima dafür, den nächsten Regennachmittag knallbunt aufzuhübschen.

Freitag, 10. Juni 2016

Reisetipp: Mallorca - Cala D'Or - PrimaSol Cala D'Or Gardens

Unser Urlaub auf Mallorca liegt nun ein paar Tage zurück, die Koffer sind ausgepackt, die Sachen gewaschen, die Fotos sortiert.

Zeit die Eindrücke in die Tasten zu klimpern und euch mit Fotos zu versorgen.

Die Anreise
Unser Flieger startete morgens 8:05 Uhr am Flughafen Paderborn. Entsprechend früh mussten wir das Kind ins Auto verfrachten. Kilian wurde zwar wach hat aber zum Glück nicht gequängelt. Am Flughafen fand er alles spannend. Wir hatten 3 Koffer, Kilian durfte seinen eigenen selber ziehen. Er war so stolz und hat bitterlich geweint, als wir ihn einchecken mussten. Zum Koffermodell werde ich nochmal einen separaten Blogpost verfassen, da es dazu doch ein paar Worte zu sagen gibt.


Direkt nach dem Start, den Kilian überraschend gelassen überstanden hat, ist er sofort in meinem Schoß eingeschlafen.


Der Flug war sehr entspannt und dauerte nur 2 Stunden. An Board gab es nurnoch einen kleinen Snack in Form einer Laugenstange oder eines Rosinenbrötchens. Dazu die üblichen Getränke. Auf so einem kurzen Flug war das fehlende Essen zu verkraften.
Als ich Kind war, gab es im Flugzeug immer tolle Spielsachen. Heute wird da natürlich auch gespart und die Kinder bekommen jetzt Origami Papier. Kein Scherz! Das könnte sich die Airline wohl ohne Probleme auch noch sparen.

In Palma de Mallorca angekommen, hieß es erstmal laufen, laufen, laufen. Der Flughafen ist riesig und bis zu den Kofferbändern musste mein Mann Kilian etliche Meter auf den Schultern tragen. 
Mit dem Mietwagen statt einem Shuttlebus ging es die ca. 1 Stunde Fahrt von Palma bis Cala D'Or. Der Ort liegt im Südosten der Insel und besteht neben einem malerischen Stadtzentrum aus etlichen einladenden Buchten.

Das Hotel
Unser Hotel PrimaSol Cala D'Or Gardens liegt direkt an der Cala Egos am südlichsten Zipfel des Ortes Cala D'Or. Ganz in der Nähe findet sich auch der Hafen der Stadt.
Cala Egos
Einkaufsmöglichkeiten finden sich in direkter Umgebung des Hotels und sind in 5 Minuten zu Fuß erreicht. Lediglich das Zentrum mit der Shoppingmeile erfordert die Fahrt mit dem Taxi oder Mietwagen etc.
Wer nicht am Hotelnächsten Strand baden will, findet in der Umgebung noch weitere wunderschöne Badebuchten. Die Cala Forti ist in ca. 15 Minuten zu Fuß erreicht. Ich spreche allerdings eine klare empfehlung für die Cala Mondrago aus, denn der Strand ist einfach traumhaft. Allerdings benötigt man auch hier eine Mitfahrgelegenheit. Eine Fahrt mit dem Taxi kostet z. B. 9,50€ pro Fahrt.

Cala Mondrago
Cala Mondrago vom Tretbot aus
Das Hotel selbst hat 10 Wohnblöcke mit unterschiedlichen Zimmern. Von einfachen Doppelzimmern, über Superior Zimmer mit Garten bis zu Familienzimmern, bei denen sich mehrere Zimmer über eine Verbindungstür zusammenlegen lassen, ist alles dabei. Balkone und Gärten sind dabei zur Poollandschaft ausgerichtet. Das klingt erstmal praktisch, ist aber mit Lärm verbunden, da am Pool auch ein Teil der Animation stattfindet. Dazu kommen die spielenden Kinder. Meistens ist das Eigene aber dazwischen, weshalb sich das verkraften lässt.
 
Pool Landschaft bei den Zimmern
Ein Blick auf unseren Garten
Wir hatten ein Superior Zimmer gebucht. Das bedeutet ein Doppelzimmer im Erdgeschoss mit Garten, dazu Badehandtücher für den Pool und Bademäntel. Die Zimmer waren klein, aber modern und komfortabel ausgestattet. Das Bad war sauber und in gutem Zustand. Kilians Aufbettung bestand zunächst aus einer Klappliege, die wir aber gegen ein Reisegitterbett ausgetauscht haben. Zum einen, damit er nicht heruasfällt und zum anderen war mit der Klappliege ein Großteil des Zimmers blockiert. Unser Garten lag nahe dem Kinderpool und war von diesem durch eine Pflanzenrabatte und einen kleinen Fußweg getrennt. Der Lärmpegel hielt sich absolut in Grenzen. Auch wenn bei geschlossener Terassentür die Musik der Animation an der Bühne noch zu hören war.
Apro pos Animation: Ich hasse sowas ja, wie verrückt! Zum Glück waren die Animateure lange nicht so aufdringlich wie ich das schon in anderen Hotels erlebt habe. Morgens gibt es nur den Kids Club für Kinder von 4-7 und 8-12 Jahren. Nachmittags dann Fitness, Fußball, Volleyball, Quiz etc. Abends fand täglich um 20.30 Uhr die PrimaKids Disco statt, an der Kilian mit Begeisterung teilnahm. Danach gab es Shows für die Erwachsenen. Alles in allem war das Animateur Team mega freundlich und hat sich wahnsinnig viel Mühe gegeben. Von 12.30 Uhr bis 15.00 Uhr war Siesta und Kilians Mittagsschlaf war damit gesichert.

Von der Hotelanlage durch eine ruhige Seitenstraße getrennt, befindet sich der Kinderpool Bereich mit zahlreichen Rutschen und Wasserspielen. Wie am Hauptpool auch, sorgt hier ein Bademeister für die Sicherheit der Kids.
nur ein kleiner Teil des Kinderpools

Die All-Inclusive-Verpflegung bestand aus 5 "Mahlzeiten". Frühstück von 7:30 Uhr bis 09:30 Uhr, Mittag von 12:30 Uhr bis 14:30 Uhr und Abendsessen von 18:30 Uhr bis 21:00 Uhr. Dazwischen gab es noch jederzeit Snacks wie Pommes und Burger, außerdem ab 15:00 Uhr Kuchen an der Hotelbar. Die Getränke kamen fast alle aus Automaten, haben aber gut geschmeckt. Die Buffets waren vielfältig, landestypisch und organisatorisch so aufgebaut, dass es auch zu Stoßzeiten keine langen Schlangen gab. Die Speisen waren immer frisch und auch Vegetarier hatten immer mehrere Speisen zur Auswahl. 

Nix zu meckern? Doch! Zum einen war die Bepflanzung der Anlage zwar hübsch anzusehen, beherbergte unter anderem aber auch große Kakteen. Bei so vielen spielenden Kindern finde ich das doch sehr gefährlich. Einen folgenschweren Sturz musste mein Vater verarzten, nachdem ein Junge im Kies ausgerutscht war und sich auf einem Kaktus abfangen wollte.
Des Weiteren hatte ich die ersten zwei Tage mit Kopfschmerzen zu kämpfen, weil ich es einfach nicht geschafft habe, genug zu trinken. Man kann sich zwar rund um die Uhr an der Bar Getränke holen, die Becher waren mit 0,2l jedoch nahezu winzig. Flaschen abfüllen war nicht gestattet, also musste ich mir anderweitig aushelfen.
Zuletzt muss ich leider sagen, dass in der hotelnahen Bucht Cala Egos etliches an Plastikmüll schwamm. Dafür kann natürlich der Strand nichts, sondern nur seine ignoranten Besucher. Trotzdem mindert das das Badevergnügen, weshalb wir lieber an die Cala Mondrago gefahren sind.

Sightseeing
Mallorca bietet viele zauberhafte Plätze, die besichtigt werden wollen. Allen voran die wunderschöne Hauptstadt Palma mit der beeindruckenden Kathedrale.
In Palma lässt es sich zudem sehr gut shoppen.


Weiterhin birgt die Insel gleich mehrere Tropfsteinhöhlen die jede mit ihrem eigenen Charme lockt. Wir haben nur die Höhle in Arta besucht, da diese nicht zu lang ist und daher auch für ein Kind gut zu besichtigen ist ohne das Quängelei droht.

Wer, wie wir, die Großeltern mit in den Urlaub nimmt, kann einen der vielen Wochenmärkte der Insel besuchen. Wir haben uns für Inca entschieden. Dort gibt es sowohl Souvenirs, als auch handwerkliches der Insel sowie Lebensmittel zu kaufen. Mit Kind hätte ich mir das Gedränge jedoch wohl nicht angetan.
Auch in Cala D'Or ist Donnerstags Marktabend. Das Angebot erstreckt sich hierbei auch auf Souvenirs jeder Art, Schmuck und Gewürze.

Der Strand von Es Trenc ist ein weiteres Must See der Insel. Leider hatten wir Pech und er Strand war stark veralgt. Spaß beim Burgenbau im schneeweißen Sand hatten wir trotzdem.

Es empfiehlt sich auf jeden Fall einen Mietwagen zu buchen und die Insel damit zu erkunden. Natürlich gibt es auch Busreisen.  Aber mit Kind finde ich sowas immer unpraktisch und nervig.

Mein abschließendes Fazit
Die Insel ist wunderschön und alles in allem für einen ersten Urlaub mit Kind perfekt geeignet. Der Flug ist verhältnismäßig kurz, die Strände sind flach, das Wasser bereits im Juni angenehm warm.  
Das Hotel hat alle Erwartungen erfüllt und wird bei einem weiteren Besuch auf jeden Fall wieder angesteuert. Für Paare ohne Kinder oder ältere Paare würde ich es aber nicht empfehlen, denn es handelt sich hier eindeutig um ein familienfreundliches Hotel, in dem immer Action zu sein scheint.

Wir hatten eine tolle Zeit und haben unseren Urlaub sehr genossen.

Zu guter Letzt habe ich euch noch ein paar Fotos in ein Video gepackt, damit dieser Beitrag nicht zu lang wird.




Mittwoch, 8. Juni 2016

Leseecke: Mut zur Lücke, liebe Eltern!

Mut zur Lücke, liebe Eltern! Glück geht auch ohne Bio, PEKiP und Häuschen mit Garten... Das behauptet zumindest die Autorin Silia Wiebe. Sie beschreibt in Ihrem Elternratgeber, wie man ohne Nervenzusammenbruch das Elternsein überstehen kann.




Mit gerade einmal 142 Seiten eignet sich das Büchlein als schnelle Lektüre am Abend. Es führt durch 18 Kapitel, die alle "Mut zur Lücke im Haushalt" oder "Mut zur Lücke beim Kindergeburtstag" heißen und eine klare Struktur haben: Entweder gibt Wiebe eine Eltern-Anekdote zum besten oder befragt Fachleute in einem direkten Interview. Dann folgen "drei Sätze für die Tonne", bei denen man amüsiert nickt ("Jedes Kind kann schlafen lernen"), und zum Schluss gibts konkrete Tipps unter der Headline "make it easy".

Mir sagt ausgenommen des Covers (zu altmodisch) die Gestaltung des Büchleins sehr zu - Mit 1,5fachem Zeilenabstand füllt die Schrift ihre Seiten großzügig aus und Zeichnungen im Comic-Stil sorgen für Leichtigkeit und Witz. Für die Überschriften und einige Auszeichnungen wurde eine angenehme Handschrift ausgewählt, die dem Text eine persönliche Note verleiht.


Was mir nicht zusagt...

Ich gebe zu, dass ich an das Büchlein mit viel Skepsis und ohne Erwartungen heranging. Es fand seinen Weg als Preis bei einem Gewinnspiel zu mir nach Hause, gekauft hätte ich es mir nicht, obwohl der Titel mit meiner Lebenseinstellung übereinstimmt. Mut zur Lücke. So ist es! Aber nur um meine eigene Meinung zu lesen, brauche ich keinen Ratgeber, oder?

So kommt es, dass ich hinter viele Ratschläge erst einmal ein "Nö" geschrieben habe. Z.B. "Wie wäre es, wenn Sie Ihre Kinder morgen nachmittag fünfzehn Minuten später aus der KiTa holen und sich dafür eine kleine Mittagspause gönnen?" Nö. Natürlich wäre das toll, aber unsere KiTa betreut bis 14:30 Uhr und da kann ich nicht erst 15 Minuten später aufkreuzen. 
Oder "Legen Sie doch mal Ihre Füße hoch! Ignorieren Sie die kleine vom Essen übrig gebliebene Erbse unter dem Esstisch und tun Sie einfach mal nichts. Absolut gar nichts." Nö. Gerne lade ich Frau Wiebe mal zu einem Mittagessen bei mir ein, denn da liegt nicht eine Erbse unter dem Stuhl, sondern eine ganze Ladung Spaghetti, Soße klebt an Tisch und Kind und in der Regel wird auch die Tasse umgestoßen. Ich bin kein Ordnungsfanatiker, aber Nicht-Wegräumen bedeutet neben dem Spruch "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben" einfach noch mehr Stress: Die dreckigen Kinder schmieren alles voll, sie treten in die Nudeln und verteilen sie in der Wohnung und die Soße frisst rote Flecken in die Tischdecke. Außerdem finde ich das eklig und kann so nicht entspannen...

An vielen Stellen habe ich das Gefühl, dass mit dem Buch keine Normalo-Mütter angesprochen werden, da viele Probleme mit Geld gelöst werden sollen. Putzhilfe, Babysitter, Haushaltshilfe... Man kann so seine Zeitprobleme lösen, aber man braucht dafür die finanziellen Mittel und das fand ich irgendwie "weltfremd". Ein Reisetipp ist der Allgäuer Berghof, wo man mit seinen Kindern entspannen kann: Für 150€/Tag für einen Erwachsenen.  

Wiebe bemüht sich einerseits, alle Eltern anzusprechen, doch es gelingt ihr oft nicht. Dann sieht sie doch wieder nur Mütter, die zurückstecken und Väter, die arbeiten.

Sie verliert den Faden

Letztendlich kann Wiebe ihrem Motto über die 142 Seiten nicht immer treu bleiben. Manche Tipps wirken schwammig: "Und dann fehlt es oft an Zeit und Nerven, für einen Bioladen einmal quer durch die Stadt zu gurken." Empfohlen wird stattdessen der "Wochenmarkt"... Da sehe ich allerdings keinen Unterschied, was das "gurken" angeht. Für mich ist der Bioladen sogar wesentlich einfacher zu erreichen.




Fast schon absurd kommt mir ihr Vorschlag für einen Snack vor, den sie "Getreidemix" nennt. Zuerst muss man dafür in einen Drogeriemarkt fahren. Da kauft man frisches Vollkorngetreide und lässt es sich vor Ort schroten. Am Abend muss man das Ganze in Wasser einweichen lassen. Morgens püriert man Äpfel und rührt sie hinein. Plus Sahne. In meinen Ohren klingt das ziemlich umständlich für einen Snack, ehrlich gesagt. Von einem Mut-zu-Lück-Ratgeber hätte ich an der Stelle eher erwartet: "Kaufen Sie sich im Supermarkt einfach einen fertigen Getreidejoghurt, der kann genauso viel wie ein Getreidemix, den sie aufwändig zusammenstellen müssten und der noch zusätzlich Abwasch verursacht."


Was man mitnimmt...

Interessant an dem Buch sind die Tipps, mit denen ich mich auch näher beschäftigt habe. Bei einigen war ich zwar nachher enttäuscht wie bei dem eben genannten "Allgäuer Berghof", weil es sich als so teuer herausstellte, oder wie bei den T-Shirts für Mama und Kind als Partnerlook, da es sich letztlich nur als ein schwarzer Apfel auf grauem T-Shirt herausstellte. Aber interessant war beispielsweise der Hinweis, dass es "Notfall-Mamas" gibt, also geschultes Pflegepersonal, das im Krankheitsfall das Kind zu Hause betreuen kann. Allerdings auch hier: Mit 33€/Stunde ist dies kein Tipp für Normalo-Eltern. Schade.

Desweiteren liefert Wiebe interessante schnell&easy-Rezepte für jeden Wochentag zum Nachkochen, Empfehlungen für Kinderfilme und Kinderbücher und stellt einen Linktipp vor, wo man zusammengestellte Mottoboxen für einen erschwinglichen Preis kaufen kann, um den Kindergeburtstag schnell&easy mit Tellern und Ballons auszustatten. Notiert ist das Buch "Hütten von Kindern selbst gebaut" für 13 €, in dem der Autor Louis Espanassous zwanzig Hüttenkreationen aus Zweigen, Schnee und Brettern vorstellt. So führt ein Ratgeber zum nächsten.

Alles in allem

Wer sich an einem Abend die Zeit kurzweilig vertreiben will, ist mit diesem Buch gut beraten. Es eignet sich auch zum Verschenken, da es optisch was hermacht und man "Mut zur Lücke"! jedem mit auf dem Weg geben kann. Als Geschenk zur Geburt eines Kindes oder Lektüre während der Schwangerschaft kann ich mir die Texte gut vorstellen - Mich als Zweifachmami haben sie nicht umgehauen, da Wiebe nur an der Oberfläche kratzt. Es bleibt mehr Unterhaltung als wirklich Ratgeber.





Mittwoch, 1. Juni 2016

Nachbacken & Naschen mit Erdbeeren


Da Erdbeeren so weich sind, eignen sie sich hervorragend zum Backen mit Kindern: Mila hilft mir hier auf dem Bild, die Früchte zu zerteilen, während ich den Teig für den Boden anrühre.

Ihr braucht für einen Streusel-Erdbeerkuchen:

500g Erdbeeren (besser mehr, weil sie während des Schneidens schon mal in den Kindermund verschwinden können...)

Für den Teig: 
125g Mehl
1 Teelöffel Backpulver
125g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Päckchen Geriebene Zitronenschale
125g Butter
2 Eier

Für die Streusel:
150g Mehl
100g Zucker
100g Butter

Zubereitung:

Euer Kind ...
... schneidet die Erdbeeren.

Ihr selbst...
... mischt zunächst das Mehl mit dem Backpulver und fügt dann die weiteren Teigzutaten hinzu. Gut verrühren und in die Springform geben.

Euer Kind...
... verteilt nun die geschnittenen Erdbeeren auf dem Boden.



Ihr selbst...
... rührt für die Streusel die Streusel-Zutaten zusammen.

Euer Kind...
... verteilt die Streusel dann auf dem Kuchen.

Ihr selbst....
... schiebt den Kuchen in den Backofen und lasst ihn bei 180°C etwa 50 Minuten backen.

Fertig! 
Wir hatten viel Spaß beim Backen und aßen das leckere Gebäck so schnell auf, dass davon kein Foto mehr entstehen konnte.
Viel Spaß beim Nachbacken und Naschen.