Samstag, 11. März 2017

Entwicklungsbericht und Frühförderung

Für mich ist es nun mal wieder an der Zeit euch einen kurzen Bericht über die Entwicklung von Kilians Schluckstörung zu erstatten (ihr erinnert euch? die älteren Beiträge findet ihr hier und hier).


Das Schlucken an sich bereitet uns zwischenzeitlich keine Probleme mehr, was nicht heißt, dass sich die aufgenommenen Nahrungsmengen erhöht haben. Im Gegenteil, mein Sohn isst immer noch wie ein Spatz. Da die Entwicklung der Sprache im direkten Zusammenhang mit dem Schluckreflex steht, liegt unser Augenmerk nun darauf.


Immer öfter fällt auf, dass Kilian diverse laute nicht richtig bildet. Besonders wenn er aufgeregt ist, ist er kaum zu verstehen. Insbesondere die Kommunikation mit anderen Kindern fällt ihm schwer, da diese nicht die Geduld haben, dass gesagte zu enträtseln, wie wir erwachsenen es tun. Während des jährlichen Entwicklungsgespräches im Kindergarten wurde uns erklärt, dass Kilian dadurch oft frustriert ist.


Unser Kindergarten, geführt von der Johanniter Unfallhilfe e. V., bietet eine eigene Frühförderung an, die wir nun in Anspruch nehmen wollen.


Es erfolgt zunächst eine Diagnostik inwiefern eine sprachliche Frühförderung nötig und sinnvoll ist. Sollte die Frühförderstelle eine Behandlung befürworten, erfolgt die Behandlung durch ein Team von Logopäden direkt im Kindergarten.


Der klare Vorteil hiervon ist, dass es sich für uns nicht wie ein Arztbesuch anfühlt. Die Behandlung fällt in die Kindergartenzeiten, nimmt uns nichts von unserer Freizeit und verursacht keinen zusätzlichen Stress. Als Eltern haben wir so allerdings die Behandlung nicht im Blick und müssten den engagierten Logopäden blind vertrauen.


Wir versprechen uns davon, dass sich Kilians Sprache altersgerecht entwickelt und er nicht hinter den anderen Kindern zurück bleibt. Dies ist besonders für das Sozialverhalten wichtig. Niemand will doch wegen einem Sprachfehler gehänselt werden.


Sobald das Frühförderprogramm startet, werde ich euch weiter auf dem Laufenden halten.

Dienstag, 7. März 2017

Lust auf Spielchen? Für Kinder ab zwei Jahren.

Heute öffne ich für euch unseren Spieleschrank und zeige beliebte Kisten, die wir für einen Kinder-und-Eltern-Spieleabend herausholen. Unsere Töchter sind 2,5 und fast 4 Jahre alt und in einem guten Alter für erste Gesellschaftsspiele.

Nummer 1: Affenbande




Dieses Spiel ist so leicht zu verstehen, dass selbst Annika ohne Probleme mitspielen kann. Jeder Spieler nimmt sich ein Farb-Brett und muss im Laufe des Spiels dieses mit Affen füllen. Nun wird Reih um aus einem Beutel gezogen und die Affen klettern auf ihre entsprechenden Brettchen. Alles wird vom Zufall bestimmt, es sei denn, die Kids schummeln (und das kommt vor!).

Auch wenn das Kind noch keine Farben benennen kann, ordnen die kleinen Finger die Affen richtig zu - und die Farben lernt es spielerisch gleich mit.


Das Manko: Mehrmals hintereinander gespielt, kann es passieren, dass die Eltern eingeschlafen sind. Man kann es mal zwischendurch spielen, aber besonders aufregend ist es nicht.

Details vom Hersteller: Affenbande, 6,79 €, Ravensburger, ab 3 Jahren, 2-4 Spieler, Spieldauer: ca. 10 Minuten

Nummer 2: Memory



Memory kennt jeder noch aus seiner eigenen Kindheit. Wir haben Memory in ganz verschiedenen Varianten und mit unterschiedlich vielen Kärtchen. Mit Anleitung von uns schafft es auch Annika mitzuspielen und die Pippi Langstrumpf-Version mag ich echt gerne, weil sie schön gezeichnet ist. "Deck noch ein Kärtchen auf. Weißt du noch, wo der Affe liegt?", fragen wir Annika. Unsere 3-jährige Mila braucht solche Hilfe längst nicht mehr, sondern ist im Gegenteil bereits kurz davor, uns Erwachsene unter den Tisch zu spielen.



Nervenkitzel: Hier können die Kids schnell die Nase vorn haben. Also blamiert euch nicht, liebe Eltern, und prägt euch die Bilder ganz genau ein. 

Details vom Hersteller: Pippi Langstrumpf Memo-Spiel, 5,95 €, Oetinger Verlag, ab 3 Jahren

Nummer 3: Hipp Flipp



Hier kommt direkt der nächste Spiele-Klassiker. Hippo Flipp verliert auch nach Jahren nicht seinen Charme. Bei diesem Motorikspiel geht es darum, mit einem Nilpferd die meisten Kugeln zu schnappen - Geeignet für alle Kinder, die schon eine Taste drücken können. Und nochmal und nochmal und nochmal.



Für uns ist das Spiel ideal, weil alle mitfuttern können und niemand im Vorteil ist. Mein Problem liegt einzig darin, die Hippos und das Brett wieder in die Verpackung zu zwängen... Es ist wohl auch ein Puzzlespiel.



Der Spaßfaktor bei Hippo Flipp ist echt hoch. Vorausgesetzt man gewinnt.

Details vom Hersteller: Hippo Flipp, ca. 14 €, Hasbro, ab 4 Jahren, 2-4 Spieler

Nummer 4: Mensch Ärgere Dich nicht - Kids



Statt mit Zahlen kommt die Kids-Version von "Mensch ärgere dich nicht" nur mit Farben aus. Mila begriff das Spielsystem sehr schnell und für Kinder ab 3,5 Jahren ist es meiner Meinung nach gut geeignet. Angegeben wird es ab 4 Jahren.


Annika spielt zwar mit, ist aber eher stille Zuschauerin. Zum einen kann sie die Farben noch nicht richtig zuordnen, zum anderen versteht sie nicht recht, wohin sie eine Figur setzen soll. Ich schätze, für sie erstreckt sich lediglich ein Durcheinander von bunten Punkten auf dem Spielbrett, statt einer geordneten Farbenreihe. Daher kommt dieses Spiel vorerst auf den letzten der vier Plätze.


Pluspunkte: Die Zeichnungen sind süß und die Version spielt sich schneller als das Original, da man nur drei Hütchen über einen kürzeren Weg führen muss. So wird die Kindergeduld nicht überstrapaziert. 

Details vom Hersteller: Mensch ärgere dich nicht - Kids, 6,79 €, Schmidt-Spiele, ab 4 Jahren, 2-4 Spieler, Spieldauer: ca. 15 Minuten

Was spielt ihr?

Dienstag, 28. Februar 2017

Alaaf - Karneval im Rheinland

Eigentlich bin ich nur Zugezogene, hier im Rheinland, aber trotzdem gerne und mit "Hätz" dabei. In meiner Heimat begegnet man der Faschingszeit eher unaufgeregt. Die Kindergarten- und Grundschulkinder feiern am Veilchendienstag und die Erwachsenen können die ein oder andere Faschingsparty besuchen, allerdings findet alles etwas versteckt und wohl dosiert statt.

In Köln ist das anders. Hier sitzt man neben einem rosa Hasen (männlich!) in der Bahn, grüßt Pipi Langstrumpf im Büro und steht mit sieben Zwergen am Kiosk. In dieser Karnevalshochburg gibt es genau zwei Möglichkeiten für die Menschen: Flucht oder Exzess. Wer bleibt, kommt um den Karneval nicht herum - Er ist überall.

 

Donnerstag - Wieverfastelovend

Die Karnevalszeit startet am 11.11. um 11:11 Uhr, doch die richtige jecken Tage werden mit dem Wieverfastelovend (dt.: Weiberfastnacht) eingeläutet. Aber das heißt nicht, dass es erst nachts lustig wird, sondern bereits der Morgen startet bunt und verrückt. Traditions gemäß liegen alle Arbeiten still und die ersten Kölsch werden spätestens um 11:11 Uhr getrunken. Wir haben uns mit einem Gläschen Sekt begnügt und Berliner, Brötchen und Muffings gegessen. Im Hintergrund lief Karnevalsmusik, allerdings noch etwas leise. Neben dem Gemeinschaftsraum lernten nämlich noch Studenten in der Bib. Um 12 Uhr mussten sie sich auch von den Büchern lösen. Dann wurde die Uni geschlossen und alle zogen weiter in die Stadt. Bei mir ging es zum Kindergarten.

Im Kindergarten tollten die Minis auf einer bunten Karnevalsparty. Schon morgens wurden wir mit "Alaaf", Luftschlagen, Diskolicht und lauter Musik begrüßt. Meine Kids verkleideten sich als Krake (Mila) und Dino (Annika). Als ich sie um 12 Uhr wieder abholte, lag mein kleiner Dino allerdings schlafend auf dem Sofa. Der Trubel hatte sie fix und fertig gemacht.

Karnevalsfreitag


Da ich am Vortag nicht feiern war, ließ sich der Freitag auf Arbeit gut aushalten. Freitags erlebt man im Rheinland die Ruhe nach einem Sturm. Leider müssen jetzt alle normal arbeiten, doch in Gedanken sind sie schon bei den nächsten jecken Tagen. Karneval hat gerade erst losgelegt.

Weiter geht´s: Am Freitag Nachmittag stürmten die Mädchen und ich eine Karnevalsparty für Pänz. Die Kinder waren als Hase (Mila) und Krake (Annika) verkleidet und wir schauten uns zwei Stunden lang verschiedene Kindertanzgruppen an, tanzten, tranken Limo und aßen Waffeln. Ein Zauber führte seine Tricks vor und machte seine Sache ziemlich gut. Der Kinderprinz Ben Luca hielt eine Rede, ebenso wie die Kinderbonna Lara.

Karnevalssamstag

"Kamelle", rief Mila dieses Jahr voller Elan. Sie hat den Dreh raus! Wir standen mit Freunden in Dransdorf beim Karnevalszug und wurden von Süßigkeiten, also Kamelle überschüttet. Annika sammelte auch schon fleißig mit auf.

Nach dem Zug ist vor dem Zug - Vor meinem Zug nach Kölle. Heute sollte es noch zum Feiern in die Hochburg gehen. Kurz vor 18 Uhr traf ich bei Freunden in Köln ein, wo wir uns mit Cocktails, Karnevalsliedern und Pfannkuchen auf den Abend einstimmten. Unser Weg führte uns später zum Friesenplatz ins Päffgen und dort wurde getanzt und gesungen, wie immer mit viel "Hätz" und am liebsten die "Leev Marie", aber auch "Ich ben ne Räuber" oder "Su lang mer noch am lävve sin". (Wer die Top-Hits kennen möchte, klickt mal hier). 

Ich habe allerdings schon früh schlapp gemacht und war um 23:30 Uhr wieder zu Hause. Herje, ich werde alt. Nächstes Jahr suche ich mir einen Schlafplatz in Köln.

Karnevalssonntag

Ausschlafen ließen uns die Kinder ohnehin nicht und so stand ich auch am Sonntag wieder zwischen 6 und 7 Uhr auf. Wir räumten die Wohnung auf - unnötiger Weise eigentlich, denn wir wollten eine Kinderkarnevalsparty bei uns veranstalten und ahnten, dass am Abend sowieso Chaos herrschen würde. 

Ich buk noch einen Kuchen, schminkte die Kids - heute wurden es zwei Pipi Langstrumpf-Mädchen, wobei Annika nachher zum Pipi Langstrumpf-Marienkäfer mutierte - und dann machten wir uns zum Endenicher Veedelszug auf. Tante Dalina und Tim stießen auch dazu.

Am Zug trafen wir Milas Freundin Charlotte, die leider nach dem ersten Jahr den Kindergarten gewechselt hatte. Wir luden sie mit ihren Eltern, Bruder Thore und Babyschwester Marlene nach dem Zug noch auf einen Kaffee zu uns ein (Die Kinder wollten dann aber doch lieber Apfelschorle). Annika schlief im Buggy, während Mila mit ihrer Freundin spielen konnte.

Nachmittags fand unsere eigene Kinderkarnevalsparty statt. Die Kinder spielten und die Erwachsenen hatten ebenfalls Zeit für ein paar Gesellschaftsspiele. Wir aßen den Kuchen und nachher noch Fleischbällchen mit Kartoffelsalat. Am Ende des Abends bestätigte sich die Anfangsvermutung: Aufräumen war eigentlich unnötig. Ihr kennt das.


Karnevalsmontag

Könnt ihr euch vorstellen, dass jemand Karneval hasst? Mein Mann tut es. Er meinte, mit zwei Umzügen und der Kinderparty habe er nun genug guten Karnevalswillen gezeigt - der Kinder zu Liebe. Das will ich ihm auch hoch anrechnen.

Am Montag zogen also Mila als Prinzessin Tausendschön und ich alleine los zum großen Rosenmontagsumzug in Bonn. Der Bus war leider so voll, dass er an uns vorbei fuhr, deswegen liefen wir die Strecke zu Fuß (eine Stunde) und platzierten uns an der Adolfstraße beim Frankenbad. Eine Bühne versorgte uns mit guter Karnevalsmusik und so tanzte ich viel mit Mila. 
Der Zug ließ auf sich warten. Wir aßen noch Berliner und liefen die Straße dreimal ab. "Ich möchte nach Hause", meinte das Kind... Aber dann kam der Zug endlich doch und wir hatten einen tollen Platz vor drei Einhörnern erwischt und neben einem Mädchen, dass Glitzerkonfetti versträute - Mila liebte es. Ihre Stimmung verdüsterte sich erst, als ich einen gefangenen Luftballon wieder in die Menge warf - Da war es vorbei. "Ich will nach Hauseeeeeeeee."

Zwischen den einzelnen Wagen gab es inzwischen auch riesige Lücken und so viel Geduld hatte Mila nicht mehr, trotz der vielen Kamelle. Und die Sache mit dem Luftballon war zu gemein von mir gewesen. Wir machten uns dann auf den Heimweg nach etwa 1,5 Stunden Zug Anschauen.

Karnevalsdienstag

Nun musste ich wieder arbeiten. Wir beendeten die Karnevalssaisson für dieses Jahr und freuen uns aber schon auf 2018. Die Kinder planen bereits ihre Kostüme und ich meins auch. Vielleicht kann man nun günstig Karnevalsstoff kaufen? Dann nähe ich schon einmal los.

Alaaf!